„Johnnys“ Feinschliff endet mit zwei Siegen
Fr., 13.01.2012
Dressur: Isabell Werth gewinnt Grand Prix und Special
münster -
Dünnhäutig und unberechenbar, spontan und temperamentvoll – Don Johnson hat so einiges, was manchen Dressurreiter verrückt machen kann. Isabell Werth kann mit den Ausbrüchen ihres „Johnny“ leben, weil sie das nicht anders kennt. Und weil sie weiß, dass der zehnjährige Hannoveraner noch viel mehr mitbringt, was ihn zu einem außergewöhnlichen Dressurpferd wachsen lassen kann. In Münster feiert die Kombination Werth/Don Johnson überzeugende Erfolge im Grand Prix und im Special, was der Reiterin sichtlich schmeckt. „Ich bin super zufrieden. Und ich bin froh, dass ich dieses Turnier relativ spontan dazu genutzt habe, mit Johnny die Feinabstimmung vorzunehmen.“ Für Bundestrainer Holger Schmezer Grund genug, seine Sicht der Dinge mitzuteilen: „Dafür sah das noch ganz schön grob aus.“
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Werth nimmt das schmunzelnd hin und fügt hinzu: „Wenn Johnny aus der Ecke zum starken Trab ansetzt, dann geht die Post richtig ab.“ Sie schwärmt von ihrem Nachwuchs-Sternchen und hat dabei noch manches Ass im Ärmel. Denn mit dem Sieg in Münster schafft Werth die Qualifikation zum Dresssurfinale in Dortmund. Dort kann sie El Santo satteln, vielleicht auch Warum nicht oder aber doch Don Johnson. Eine beneidenswerte Situation für die erfolgreichste Dressurreiterin aller Zeiten, oder? „In jedem Fall, ich kann mich nicht beklagen.“
Zweiter am Samstag, Zweiter am Sonntag – für Wolfram Wittig läuft es in Münster ebenfalls prächtig. Den 53-Jährigen aus Herford macht es stolz, dass er diese Erfolge auf dem selbst gezogenen Bertoli erreicht. „Es gibt für mich größere Probleme, als Zweiter hinter Isabell zu werden“, nimmt er seine Platzierung dankbar an. Seinem Pferd attestiert er viel Veranlagung. „Und für einen Hengst ist er sehr sachlich bei der Arbeit.“ Sich selbst möchte er sportlich nicht unter Zugzwang setzen und verschwendet keinerlei Gedanken an eine möglich Teilnahme an den Olympischen Spielen. „Mit 54 Jahren sitzen die Reiter im IOC und starten nicht bei Olympia.“
Für Schweden startet Patrik Kittel, der in Appelhülsen zu Hause ist. Mit Don´t forget bringt er ein Leihpferd zu Doppel-Bronze. „Niemals habe ich damit gerechnet.“ – „Aber für den Verkauf sehr förderlich“, kommt es vom Bundestrainer.
