Turnier der Sieger
So., 15.08.2010
Meredith düpiert das starke Geschlecht
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Münster - Wenn 33 Männer gegen zwei Frauen antreten, dann ist das eine klare Sache. Zumindest sollte man meinen, dass die Frauen nicht wirklich eine Chance besitzen. Auch dann nicht, wenn es sich dabei um zwei „Hochkaräter“ handelt, die in der Vergangenheit schon mehr als einmal beweisen konnten, dass sie keine Angst vor dem angeblich so starken Geschlecht haben müssen. Doch irrt der Mensch bekanntlich, solange er denkt. Anders gesagt: Die beiden Frauen haben bei den Deutschen Meisterschaften vor dem münsterischen Schloss nicht nur den Kampf angenommen, sie haben ihn auch bestanden.
Besonders gilt das für Meredith Michaels-Beerbaum. Erst vor fünfeinhalb Monaten ist die 40-Jährige erstmals Mutter geworden, gestern ließ sie dem privaten Glücksmoment einen sportlichen folgen. Mit ihrem Wallach Checkmate sicherte sie sich zum zweiten Male nach 2008 die Meisterschaft bei den Herren. Und das in so eindrucksvoller Manier, dass selbst die Konkurrenz anerkennend Beifall spendete. „Keine Frage, Meredith ist eine verdiente Meisterin“, sagte beispielsweise Christian Ahlmann, der mit Lorenzo die Silbermedaille gewann und zudem mit seiner Nachwuchs-Hoffnung, dem neunjährigen Schimmelhengst Calvados, auch noch gemeinsam mit Carsten-Otto Nagel auf Corradina und Titelverteidiger Philipp Weishaupt mit Souvenir auf Platz vier landete. Dazwischen lag Alois Pollmann-Schweckhorst mit seinem Chacco-Blue. Und der ärgerte sich am Ende über sich selbst. „Wie kann man nur so blöd sein“, haderte er mit sich und der Welt. Der Grund: Im entscheidenden zweiten Umlauf der zweiten Wertungsprüfung unterlief ihm ein „saublöder Fehler“ (Pollmann-Schweckhorst). Ansonsten hätte es statt Bronze auch Gold sein können, zumindest aber Silber.
Dass Meredith Michaels-Beerbaum nach der Geburt ihrer Tochter nichts von ihrem großen Können eingebüßt hat, das hatte sie bereits am Freitag in der ersten Wertungsprüfung gezeigt. Als einziger Starter konnte sie da beide Umläufe mit einer weißen Weste beenden. Gestern knüpften sie und ihr Checkmate nahtlos an diese imponierende Vorstellung an. Im ersten Umlauf der zweiten Wertungsprüfung stand vor rund 8000 Zuschauern erneut eine fehlerfreie Runde zu Buche. Und vermutlich wäre sie auch in der zweiten ohne Abwurf geblieben. Im strömenden Regen verlor sie jedoch für eine Sekunde die Konzentration. Und prompt fiel am vorletzten Sprung eine Stange. Damit war der Sieg in dieser Prüfung futsch, am Gewinn der Meisterschaft aber änderte das nichts mehr. Meredith Michaels-Beerbaum ist die Regen-Meisterin von Münster.
Diesen Titel hätte sicherlich auch gerne Janne-Friederike Meyer eingeheimst. Für die zweite Amazone im Herren-Feld stand am Ende Platz acht zu Buche. Zufrieden war sie damit nicht. „Ich habe mich wohl ein wenig vermanagt“, gestand sie ein, dass die einwöchige Trainingspause, die sie sich nach dem CHIO in Aachen Mitte Juli selbst verordnet hatte, wohl doch nicht so ganz richtig war.
Ach ja: Auch das soll nicht verschwiegen werden: In der gestrigen zweiten Wertungsprüfung hatten die Männer wenigstens ein Erfolgserlebnis: Der mittlerweile 52-jährige „Altmeister“ Franke Sloothaak - der Weltmeister von 1994 hatte Aquino gesattelt - und Christian Ahlmann auf Lorenzo sicherten ihnen einen Doppelsieg. So richtig glücklich sahen sie bei der Siegerehrung aber nicht aus.
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