Motorsport AMSC Lüdinghausen
Fr., 03.02.2012
Die letzten Schrauben sind draußen
Dieses Gestänge mit Schrauben operierten die Ärzte aus der Brust von AMSC-Fahrer Christian Hülshorst.
Lüdinghausen -
Motorradsportler Christian Hülshorst hofft eine gute Saison 2012. Ein letztes Mal musste er nun unters Messer, um sich eine Halterung aus der Brust operieren zu lassen, die ihm nach seinem schweren Unfall im August 2010 implantiert worden war.
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Ein Gestänge mit vier Schrauben, jede so lang wie ein kleiner Finger, operierten die Ärzte in der vergangenen Woche aus der Brust von Christian Hülshorst. Die imposante Halterung steckte zwischen dem fünften und siebten Brustwirbel des Lüdinghausers. Sie war das letzte Überbleibsel der Operationen nach dem schweren Sturz des Motorradsportlers vom AMSC Lüdinghausen im August 2010. Mindestens vier Wochen darf er jetzt keinen Rennsport betreiben.
Die Zwangspause tut „Hülse“, wie ihn seine Fans liebevoll nennen, nicht weh. Hallenrennen werden sowieso immer weniger angeboten, und in die Bahnsaison startet er erst Anfang April. Er nutzt die Zeit jetzt, um an seinen Maschinen zu basteln.
Die Technik und weniger seine sportlichen Fähigkeiten prägten Hülshorsts Bilanz in 2011, der ersten Saison nach dem Unfall in Frankreich. Zwei Siege fuhr der Grasbahnspezialist mit seiner 500 ccm starken Maschine nach Hause – im niederländischen Uithuizen und in Alsfeld Angenrod. Zufrieden war er mit dem vorigen Jahr aber nicht. „Die offenen Rennen liefen ganz gut, aber ich hatte einige Male technische Probleme. Das hat mich immer wieder zurückgeworfen“, ärgert sich der 34-Jährige in der Rückschau. Lief es mal richtig gut, streikte die Maschine. „In Teterow zum Beispiel“, erinnert er sich, „war ich super gut dabei. Und in dem Lauf, in dem es darauf ankam, ist mir der Motor kaputt gegangen.“
Sich und seinem Team macht Hülshorst keine Vorwürfe. „Das Sportliche war immer okay. Wir machen regelmäßig Wartungen und wir holen auch nicht das Letzte aus dem Motor raus.“ Den Motor ließ er sich von William Matthijssen bauen, dem Dominator der europäischen Gespannfahrer. „Ich will dem Tuner nicht den Schwarzen Peter zuschieben, es waren ja immer nur Kleinigkeiten“, betont Hülshorst. „Aber er fährt selbst und hat viele Kunden. Vielleicht hatte er auch mal zu viel zu tun.“ In diesem Jahr wechselt der AMSC-Fahrer voraussichtlich den Tuner. An der Hand hat er einen Spezialisten für den Bahnsport, der die Arbeiten hauptberuflich macht. „Der größte Vorteil ist der kurze Weg. Bis zu Matthijssen sind es ja rund 200 Kilometer“, erklärt Hülshorst.
Seinen ersten Renneinsatz in diesem Jahr plant der Stahlschuhdrifter Anfang April, eine Woche vor Ostern, bei einem Lauf zu den offenen niederländischen Meisterschaften in Vries. Dann geht es fast schon wieder Schlag auf Schlag. Große konkrete Ziele hat er sich nicht gesetzt. Die erneute Qualifikation für das Europameisterschafts-Finale wäre schön, oder die erstmalige Quali für das Weltmeisterschafts-Finale. Ansonsten lauten seine Ziele: „Es soll runder laufen als im letzten Jahr. Mein Team und ich wollen unter Beweis stellen, was wir können. Wir wollen konstant auf hohem Niveau fahren.“ Wichtig: ohne regelmäßige Defekte.
Entscheidend ist aber, so Hülshorst: „Ich will gesund bleiben, und mein Team und ich wollen den Spaß nicht verlieren.“ Zu seinem Stab zählen Guido „Zivi“ Brathe, Ralf Nieländer, Lars Klimek und sein Bruder Dominik Hülshorst. Die treuesten Begleiter und heißesten Fans sind natürlich Gattin Simone und seine sechsjährige Tochter. „Hülse“ weiß: „Ohne die Unterstützung meiner Frau würde gar nichts gehen.“
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