Marco Töller oder Luis Mendes?
Do., 09.02.2012
TuS-Spieler kann Fairnesspreis gewinnen
Marco Töller (links) befindet sich aufgrund seiner fairen Geste vom ersten Spieltag in der Endausscheidung zum Fairplay-Preis des Monats beim FLVW.
Altenberge -
Igor de Carmargo könnte sich von Marco Töllers Verhalten eine Scheibe abschneiden – zumindest in Sachen Fairness. Im Gegensatz zum Stürmer von Borussia Mönchengladbach, der am Mittwoch im Pokalspiel gegen Hertha BSC Berlin den „sterbenden Schwan“ mimte und damit seinem Klub zu einem Elfmeter, einer Roten Karte und dem Sieg verhalf, hat Marco Töller mehr oder weniger genau das Gegenteil getan.
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Mag es jugendliche Unerfahrenheit, fehlende Abgezocktheit oder einfach nur stumpf Ehrlichkeit gewesen sein – der 19-Jährige vom TuS Altenberge ist jedenfalls für den Fairnesspreis des FLVW (Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen) gemeldet worden und ist nun mit seinem „Konkurrenten“ Luis Mendes in der Endausscheidung. Jetzt muss abgestimmt werden – der Verband hat einen Link zum Voting eingerichtet (www.flvw-fairplay-sieger.de) – und am 29. Februar steht fest, ob Töller oder Mendes die zwei Karten für ein Spiel eines westfälischen Bundesligisten einsacken kann. Bochum, Dortmund, Schalke oder auch Paderborn sind im Topf. Dem Sieger winkt darüber hinaus ein Pokal. Der wird Marco Töller weniger wichtig sein, aber bei den Karten würde er sich – ganz TuS-Spieler – für Schalke entscheiden. „Die Entscheidung damals kam natürlich aus dem Bauch heraus, spontan also. Aber, ja, ich würde es noch mal machen“, sagt Töller heute. Bei der Weihnachtsfeier musste er sich natürlich „ein paar dumme Witze anhören“, aber es habe auch Schulterklopfer für seine faire Geste gegeben. Vor allem vom Vorstand des TuS, auch wenn Vize-Präsi Dietrich Schulze-Marmeling scherzhaft meinte: „Wäre er nicht so fair gewesen, hätten wir jetzt drei Punkte mehr.“ Sieben von acht Spielern, so Schulze-Marmeling, hätten gesagt: „Quatsch, da war ich nicht dran. Und der Schiri hätte auf Tor entschieden. Ich bin stolz darauf, dass ein Spieler des TuS Altenberge sich so fair verhalten hat.“ Auch der Schiedsrichter der Begegnung habe ihn für seine faire Aussage gelobt und ihm versprochen, „den Fall auf jeden Fall zu melden“, berichtet der 19-jährige Töller. So geschehen, sonst wäre Töller nicht im Topf.
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