Schiris verzweifelt gesucht
Do., 26.01.2012
Vereine brauchen dringend Unparteiische / Weit reichende Sanktionen drohen
Telgte/Ostbevern -
Der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW) hat wie berichtet den Drei-Stufen-Plan bezüglich des Schiedsrichter-Solls neu geregelt. Die stößt nicht bei allen Vereinen auf ungeteilte Zustimmung. Vor allem natürlich nicht bei denjenigen, die ihr Soll nicht erfüllen und danach mit empfindlichen Geldstrafen, im schlimmeren Fall dem Entzug der Erlaubnis, an Turnieren teilzunehmen, zu rechnen haben.
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„Wir brauchen dringend Unparteiische“, sagt deshalb von der Fußballabteilung des BSV Ostbevern Rolf Ellebracht. Sieben Schiedsrichter sind beim Ballsportverein nötig, um das vorgegebene Maß zu erreichen. Für die A- und C-Ligisten sowie die Junioren A und B braucht der Verein fünf Männer in Schwarz, für die beiden Damenmannschaften zwei weitere. „Wir haben derzeit aber lediglich vier Mitglieder, die Spiele leiten können“, berichtete Ellebracht.
Werden diese nicht gefunden, wird´s für die Fußballer teuer. Im ersten Jahr der Nichterfüllung des Solls kostet das für jeden fehlenden Schiedsrichter 250 Euro pro Saison. „Das ist für uns eine Stange Geld“, weiß Ellebracht. In einer zweiten Stufe, so das Schreiben des Verbandes, droht weiteres Ungemach. Erfüllt ein Verein im zweiten Spieljahr das Schiedsrichter-Soll nicht zu 60 Prozent, ist ihm die Durchführung von Vereinspokalturnieren und Sportwochen auf dem Feld und in der Halle für alle Herren- und Frauenmannschaften untersagt. Bei vier von sieben Unparteiischen liegt Ostbevern derzeit knapp unter diesen Vorgaben (57 Prozent).
Angesichts dieser Ausgangslage bittet Ellebracht darum, dass sich vielleicht der eine oder andere bereits ausgebildete und zugezogene Schiedsrichter überlegt, für den BSV aktiv zu werden. Natürlich wäre er auch glücklich, wenn sich Anwärter für einen Kurs anmelden würden. Und nicht zuletzt sagt er: „Es wäre angesichts unserer beiden Frauenteams wünschenswert, wenn sich aus diesem Kreis jemand finden würde, der zukünftig Spiele leitet.“ Wer Interesse hat, kann sich mit Ellebracht in Verbindung setzen, ' 0172-53 18 708.
In noch größerer Not steckt die SG Telgte. Zwei aktive Referees kann der Verein laut Auskunft des Ehrenamtsbeauftragten Kuno Terwesten noch vorweisen, müsste aber neun haben. „So prekär war es noch nie.“ Die SG wolle nun noch einmal auf diejenigen zugehen, die in den vergangenen Jahren die Schiedsrichterprüfungen abgelegt hätten. Das waren in der Regel 16- oder 17-Jährige. „Es will ja kaum noch jemand machen“, weiß Terwesten natürlich, dass der Schiedsrichterjob nicht eben attraktiver geworden ist. Praktisch alle Vereine stünden vor dieser „dicken, fetten Baustelle“. „Ich bin sehr gespannt, wo das hinführen wird.“ Schiedsrichter-Obmann Stefan Königer steht für eine Kontaktaufnahme zur Verfügung.
Nicht genug Schiedsrichter hat auch der SV Ems Westbevern. Allerdings liegen Soll und Haben dort dichter beieinander. Fünf Männer pfeifen, sechs müssten es sein. Das kann sich aber bald ändern, denn die Männer an der Pfeife seien mittlerweile in einem gestandenen Alter, so Jugendobmann Berni Niemann. „Wir brauchen dringend neue.“ Niemann erklärt die Schwierigkeit, welche zu finden, unter anderem damit, dass es nicht jedem liege, eine Partie zu leiten und sich möglicherweise Beschimpfungen auszusetzen. Außerdem wollten viele jugendliche Schiedsrichter auch noch selbst Fußball spielen.