Interview mit Lars Fischer vom VCB Tecklenburger Land
Mi., 01.02.2012
„Keiner liefert eine Show ab“
Lars Fischer ist bei den Spielen den VCB Tecklenburger Land stets mit vollem Engagement dabei.
Tecklenburger Land -
Die Zweitliga-Volleyballer des VCB Tecklenburger Land haben sich in der Liga einen ausgezeichneten Ruf erarbeitet. Nicht nur, dass das Team die jüngsten vier Spiele allesamt gewann, auch für seine Stimmung ist der VCB bekannt. Lars Fischer, Spieler aus der erfolgreichen Mannschaft, gibt im Gespräch mit Sportredakteur Henning Meyer-Veer Auskunft über Gefahr und Nutzen von Emotionen im Volleyball.
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Herr Fischer, warum gehört Emotion zu einem Volleyballspiel?
Lars Fischer: Ich denke, Emotionen sind generell in jeder Sportart vorhanden. Somit gehören diese zwangsweise dazu. Beim Volleyball helfen eine gute Stimmung und positive Emotionen auch, sich auf eine gewisse Art und Weise im Team zu verständigen.
Wie viel Emotion verträgt denn eine Partie beispielsweise in der 2. Liga?
Fischer: Das kommt ganz darauf an, ob diese Emotion positiv oder negativ geladen ist. Negative Emotionen, die mit einer gebeugten Körpersprache oder einer pessimistischen Einstellung einhergehen, kann man natürlich schlecht gebrauchen. Positive Emotionen in die Stimmung des einzelnen Spielers oder des gesamten Teams einfließen zu lassen hingegen schon.
Funktioniert das nur über Interaktion mit dem Publikum oder auch über eine gewisse Konfrontation mit dem Gegner, Stichwort Trashtalk?
Fischer: Ich denke, die Interaktion im Team sowie mit den eigenen Fans ist wie am vergangenen Sonntag sehr wichtig und beflügelt natürlich. Da wir viele Spieler in anderen Teams auch seit Längerem kennen, gibt es unterm Netz auch von beiden Seiten mal kleinere Sticheleien, was nach dem Spiel aber wieder vergessen ist, und man kann sich nach dem Match auch wieder normal unterhalten. Bei Mannschaften, bei denen das nicht funktioniert, eskaliert so was auch in Einzelfällen, das finde ich mehr als schade, und so was gehört nicht zum Sport.
Sie wirken auf dem Feld sehr extrovertiert, wie viel davon ist Show, wie viel brauchen Sie, um Ihr Spiel spielen zu können?
Fischer: Wir spielen Volleyball und keiner von uns liefert eine Show ab. Ich versuche, durch meine Art auf dem Feld natürlich zum einen mich selbst aber zum anderen auch die anderen Jungs zu pushen, das Publikum mitzunehmen und für eine gute Stimmung zu sorgen.
Wie hält es denn der Trainer Lars Fischer mit Emotionen an der Seitenlinie?
Fischer: Da ich eine Damenmannschaft trainiere, versuche ich generell, etwas ruhiger zu agieren und nur, wenn es nötig ist, etwas lauter zu werden. Zumal ich von meinen Spielerinnen einfordere, selber für Stimmung zu sorgen. Vor fünf bis acht Jahren war ich an der Seitenlinie bestimmt noch etwas lauter.
Wie schwer ist es für Sie, zwischen beiden Rollen zu springen?
Fischer: Das fällt mir nicht wirklich schwer. Von der Seitenlinie hat man einen ganz anderen Blick auf das Spiel, sieht sich mit anderen Entscheidungen konfrontiert, die Nervosität vor und in einer Partie ist anders und man durchlebt diese auf eine andere Art und Weise.
Zur aktuellen Zweitliga-Saison, zufrieden?
Fischer: Mich nerven natürlich die Niederlagen, die zu vermeiden gewesen wären. Zum Beispiel die Partie gegen Essen am ersten Spieltag oder auch das Heimspiel gegen Solingen. Positiv sehe ich Spiele wie gegen die Titans, die Entwicklung von jungen Spielern wie Jannik Graw, und wie wir es trotz der sehr dünnen Personaldecke schaffen, uns zusammenzuraufen. Die Leistungsschwankungen über die bisherige Saison sollten wir dennoch in den Griff bekommen.
Mit wie viel Emotion geht es am Wochenende ins Duell mit Solingen?
Fischer: Theatralische Flugeinlagen des Solinger Trainers sind wohl nicht noch einmal zu erwarten. Wir gehen gegen eine Spitzenmannschaft wie Solingen natürlich hoch motiviert zu Werke, und da wir wieder Fans dabei haben werden, sollte es auch wohl etwas lauter werden.
Und was ist drin für den VCB?
Fischer: Ich gehe fest davon aus, dass wir Chancen auf einen Sieg haben. Dazu ist es notwendig, dass wir eine gute Mannschaftsleistung abrufen, sowohl konzentriert als auch engagiert agieren. Dann ist es möglich, den perfekten Start in die Rückrunde abzurunden und zwei Punkte aus Solingen zu entführen.
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