Di., 22.07.2014

Von-Detten-Kolleg vor 50 Jahren eröffnet Hier wird Gemeinschaft gelebt

Blick in die Küche des Detten-Kollegs. Hier gibt es immer jemanden zum Reden. Und auch der Abwasch ist eine Gemeinschaftsaufgabe.  

Blick in die Küche des Detten-Kollegs. Hier gibt es immer jemanden zum Reden. Und auch der Abwasch ist eine Gemeinschaftsaufgabe.   Foto: Axel Roll

Münster - 

Im Von-Detten-Kolleg, das vor 50 Jahren eröffnet wurde, ist Anonymität ein Fremdwort. In dem Studentenwohnheim am Horstmarer Landweg wird Gemeinschaft gelebt. Die genossen vor Jahren auch Cap-Anamur-Begründer Rupert Neudeck und Ex-Ministerpräsident Georg Milbradt.

Von Axel Roll

Sebastian Wagener hat Freunde in anderen Wohnheimen. „Die kennen vom Nachbarn nur die Fußmatte vor der Zimmertür.“ Der 23-jährige BWL-Student schaut da deutlich weiter. Er lebt seit vier Jahren in einem sehr kontaktfreudigen Umfeld. „Das ist wie eine Riesen-WG“, beschreibt er das Lebensgefühl, das jetzt seit genau 50 Jahren am Horstmarer Landweg Nummer 86 bewusst gepflegt wird.

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Das ist wie eine Riesen-WG.

Sebastian Wagner

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Dort wurde zum Wintersemester 1963/1964 das Von-Detten-Kolleg eröffnet, das Studentenwohnheim der gleichnamigen Stiftung. Sie hat sich vor über 500 Jahren der Förderung lernwilliger junger Menschen verschrieben. Da war der Bau eines Wohnheimes in Zeiten, in denen Studentenbuden knapp waren in Münster, die logische Konsequenz.

„Wir leben hier Gemeinschaft“, betont auch Lisa Scholle. Die 25-Jährige lebt seit viereinhalb Jahren im Kolleg und ist dort die Heimleiterin, Sie ist das Bindeglied zwischen Träger, Bewohnern und Öffentlichkeit. Senior, OBK (Oberbarkeeper), Flursprecher, Kuratoriumsmitglieder – die eben zitiert gelebte Gemeinschaft funktioniert im Kolleg unter der Selbstverwaltung der Bewohner. Auch das ist seit dem Bau von der Stiftung gepflegte und geförderte Tradition.

„Eisbecher-Partys“ zum Semesterbeginn

„Man fühlt sich hier einfach gut aufgehoben“, beschreibt Sebastian Wagener das besondere von-Detten-Feeling. Und das soll gleich beim Einzug aufkommen: Zu jedem Semesterbeginn gibt es Kennenlern-Feten, im Haus auch Eisbecher-Partys genannt. Darüber hinaus finden das Jahr über zahlreiche Veranstaltungen kultureller, sportlicher aber auch religiöser Art statt.

Bei so vielen Aktivitäten kommen sich einige Studenten auch so nahe, dass sie später gemeinsam vor den Traualtar treten. Auch wenn sich die Studenten im Kolleg wohl fühlen, irgendwann müssen sie Platz machen für neue Erstsemester. „Schließlich wurde das Wohnheim in erster Linie gebaut, um den jungen Studenten einen guten Start zu ermöglichen“, verdeutlicht Susanne Winkelhaus-Elsing, die im Haus die Verwaltung der von-Detten-Stiftung vertritt. Viele der ehemaligen Bewohner halten später im Berufsleben Kontakt zum Horstmarer Landweg. Oder erinnern sich im Ruhestand an die Stütze, die sie durch das Kolleg erfahren haben.

Cap-Anamur-Gründer Rupert Neudeck genoss hier die Gemeinschaft

Im Laufe der 50 Jahre hat auch der ein oder andere heutige Prominente die Gemeinschaft im Von-Detten-Kolleg genossen. Zum Beispiel der Gründer von Cap Anamur, den weltweit tätigen Notärzten, Rupert Neudeck. Oder Georg Milbradt, in Münster erst Student, später Kämmerer, in Sachsen schließlich Ministerpräsident. Sie alle kannten vom Nachbarn deutlich mehr als nur die Fußmatte.

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