Mo., 05.01.2015

Protest in der Innenstadt Rund 10000 Menschen demonstrieren gegen Pegida

Rund 8000 Menschen hatten sich auf dem Prinzipalmarkt versammelt, um gegen die islamfeindliche Pegida-Bewegung zu demonstrieren.

Rund 8000 Menschen hatten sich auf dem Prinzipalmarkt versammelt, um gegen die islamfeindliche Pegida-Bewegung zu demonstrieren. Foto: Oliver Werner

Münster - 

Münster hat am Montagabend ein starkes Zeichen gegen die islamfeindliche Pegida-Bewegung gesetzt. Rund 10000 Menschen kamen zu einer Demonstration für Gleichheit, Freiheit, Vielfalt und Toleranz.

Von Martin Kalitschke

Die Münsteraner haben am Montagabend ein starkes Zeichen gegen die islamfeindliche Pegida-Bewegung gesetzt. Nach Angaben der Polizei nahmen rund 10000 Menschen an der friedlichen Demonstration „Münster gegen Pegida“ teil. Gleichheit, Freiheit, Vielfalt und Toleranz lauteten die Forderungen der Demonstranten. Viele hatten Transparente oder Kerzen dabei. Von den zahlreichen Anti-Pegida-Kundgebungen, die am Montagabend deutschlandweit stattfanden, war die münsterische damit eine der größten.

Um 18 Uhr startete der Demonstrationszug vom Rathaus aus in Richtung Domplatz und dann über Spiekerhof und Drubbel zurück zum Prinzipalmarkt. Organisator Stephan Orth rief die Teilnehmer gleich zu Beginn zu einem friedlichen Protest auf - und erhielt dafür starken Applaus. Kinder, Senioren und Familien nahmen ebenso teil wie Vertreter aus Rat und Verwaltung. Das Ensemble des Theaters erschien in farbenfrohen Kostümen.

„Wir wollen keine Zustände wie in Dresden“, sagte Orth. Zugleich stellte er klar, dass man Flüchtlinge nicht in eine Schublade mit ihren Peinigern stecken dürfe. Der frühere münsterische CDU-Bundestagsabgeordnete Ruprecht Polenz sagte: „Pegida ernst nehmen heißt, die Bewegung politisch zu bekämpfen.“ Scharfe Kritik übte er an der rechtskonservativen Partei AfD. „Ihre Reise geht ins völkische Lager.“ Christoph Strässer, SPD-Bundestagsabgeordneter und Beauftragter der Bundesregierung für Menschenrechte, betonte: „Pegida stellt die Religionsfreiheit in Frage.“

Bereits im Vorfeld der Demonstration hatte die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit die Kundgebung begrüßt. „Das uneingeschränkte Recht aller Menschen auf Leben und Freiheit und Frieden gilt auch für Flüchtlinge aus den Krisengebieten unserer Welt, die in Deutschland Zuflucht suchen“, betonte Vorsitzender Jürgen Hülsmann.

Einige Demonstranten trugen Kerzen.

Einige Demonstranten trugen Kerzen. Foto: ohw

„Heute begrüßen wir die Aktion ,Münster gegen Pegida‘ und sagen: Über die richtige Politik zur Eingliederung von Flüchtlingen in unsere Gesellschaft mag man streiten. Unstrittig muss indes sein und bleiben: Flüchtlinge brauchen zuallererst Hilfe und Zuwendung und Geborgenheit unter uns! Sie sollten nicht die kalten Schultern von vermeintlichen Biedermännern gezeigt bekommen, die am Ende allzu leicht zu Brandstiftern werden und bereits bezugsfertige Asylunterkünfte anzünden.“

Das christliche Abendland rette nicht, wer christliche Tugenden wie Nächstenliebe und Barmherzigkeit und Versöhnung missachtet, so Hülsmann weiter. Nur wer solche Tugenden persönlich und aktiv und notfalls auch öffentlich vertrete, könne sich auf das Abendland und seine Werte berufen.

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