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Mi., 14.01.2015

Studentenwerk in Geldnöten Auch das Café Uferlos ist auf dem Prüfstand

Das Studentenwerk ist in wirtschaftlichen Schwierigkeiten.

Das Studentenwerk ist in wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Foto: Wilfried Gerharz

Münster - 

Dem Studentenwerk Münster geht es wirtschaftlich nicht gut. Der kommissarische Geschäftsführer Dr. Peter Schink stellt nun die beiden Hotels und die Gastronomiebetriebe, darunter das Café Uferlos, auf den Prüfstand. Er hält es für nötig, zum Kerngeschäft eines Studentenwerks zurückzukehren. 

Von Karin Völker

Das Studentenwerk hat in den vergangenen Jahren erheblich die Bauwirtschaft beschäftigt. Viele Wohnheimplätze für Studierende wurden neu geschaffen. Finanziell stehen die Zeichen bei der öffentlich-rechtlichen Einrichtung unter Oberaufsicht des Landes NRW aber nicht mehr auf Expansion. Im Gegenteil: Hotels und Gastronomiebetriebe des Studentenwerks kommen auf den Prüfstand. Einschnitte seien unumgänglich, heißt es.

„Dem Studentenwerk geht es wirtschaftlich nicht gut“, sagt Dr. Peter Schink, der als kommissarischer Geschäftsführer im November die Leitung des Betriebs mit 600 Mitarbeitern übernommen hat. Er ist überrascht, dass die Haushaltslage „noch schwieriger“ sei als erwartet. Allein für Tilgung und Zinsen fallen ab 2017 jährlich rund 3,5 Millionen Euro an. Deswegen sieht sich Schink gezwungen, nun „das Ruder herumzureißen“, wie er sagt – und gezielt mit der Konsolidierung zu beginnen. Die Richtung lautet dabei grob gesagt: zurück zum Kerngeschäft eines Studentenwerks. Das besteht darin, Studierende mit Wohnraum und Mensen zu versorgen.

Arbeitsgruppe untersucht Wirtschaftlichkeit

Der kommissarische Geschäftsführer Dr. Peter Schink will zurück zum Kerngeschäft eines Studentenwerks.

Der kommissarische Geschäftsführer Dr. Peter Schink will zurück zum Kerngeschäft eines Studentenwerks.

Die Wirtschaftlichkeit der in den vergangenen Jahren aufgebauten Wirtschaftszweige Hotels und Gastronomiebetriebe für die Öffentlichkeit untersucht nun eine Arbeitsgruppe im Studentenwerk. Dazu gehören das Agora- und das Seehotel, beide in bester Aaseelage an der Bismarckallee, außerdem das Café Uferlos sowie das Café Relax am Aasee und das „Viva-Sports & Culture-Café“ in der Mensa am Coesfelder Kreuz. Schink, ehemaliger Geschäftsführer des Studentenwerks Köln, betont, dass nicht beabsichtigt sei, die Gastronomiebetriebe zu schließen. Es müsse untersucht werden, ob ihre Öffnungszeiten nicht verändert werden müssten. Reservierungen sind momentan für das zweite Halbjahr nicht möglich.

Die gastronomischen Einrichtungen vermietet das Studentenwerk auch an nicht-studentische Nutzer. „Wir müssen prüfen, wann es sich rechnet, die Betriebe offen zu halten“, sagt Schink, Er sieht es auch kritisch, dass sich die beiden Cafés an der Bismarckallee Konkurrenz machten. Gleiches gilt für die beiden Hotels. „Wenn wir den Betrieb aufrechterhalten wollen, müssen die Kosten voll gedeckt sein“, betont Schink. Eine Schließung sei nicht vom Tisch.

Peter Schink wurde von der Landesregierung und vom Verwaltungsrat des Studentenwerks Münster gebeten, die Leitung zu übernehmen, bis ein neuer Geschäftsführer gefunden ist. Dessen Stelle ist soeben zum zweiten Mal ausgeschrieben worden. Bei der Deckelung des Gehalts habe das Land angedeutet, eventuell leicht über die für das Studentenwerk Münster bei 100 000 Euro festgesetzte Grenze hinauszugehen, sagt Schink.

Studentenwerk: Das Studentenwerk Münster betreibt nach eigenen Angaben sechs Mensen, zehn Bistros, drei Kitas und vermietet rund 6000 Wohnplätze für Studierende. Rund 17 Prozent des Haushals werden von den Sozialbeiträgen der Studierenden gedeckt, der Löwenanteil wird durch Umsatzerlöse erwirtschaftet.

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