So., 08.03.2015

Matinee der Bürger-Stiftung Was Ehrenamtliche antreibt

Erst Chemielehrer, jetzt Pensionär: Erwin Stroot (r.) erzählte den Gästen und Moderator Christoph Tiemann, dass ihm das Ehrenamt durch die praktischen Erfolge „etwas gibt“.

Erst Chemielehrer, jetzt Pensionär: Erwin Stroot (r.) erzählte den Gästen und Moderator Christoph Tiemann, dass ihm das Ehrenamt durch die praktischen Erfolge „etwas gibt“. Foto: klm

Münster - 

Die Stiftung „Bürger für Münster“ lud erneut zu einer Matinee. Moderator Christoph Tiemann sprach mit Erwin Stroot über das Ehrenamt.

Von Klaus Möllers

Wenn er anderen hilft, sagte Julius Wegmann , „sehe ich erst mal, wie viel Glück im Leben ich selbst hatte“. Der Münsteraner machte Abitur, studiert Wirtschaft. In seiner freien Zeit unterstützt er für die gemeinnützige Organisation „Rock Your Life!“ Hauptschüler, damit sie in Sachen Jobsuche und Kontakte für das Berufsleben fitter werden.

Bei dem Studenten war der soziale Antrieb in Richtung Ehrenamt offenbar früh angelegt: Er wählte zuvor den Zivildienst und arbeitete später in einem Jugendheim. „Ich sehe es als Bürgerpflicht, auch etwas an die Gesellschaft zurückzugeben“, sagte er am Sonntag in der Reihe „Alltagshelden und Münsterbeweger“ der Stiftung Bürger für Münster .

Zur dritten und letzten Matinee der Reihe hatte die Stiftung ins Wolfgang-Borchert-Theater eingeladen. Die Moderation übernahm Kabarettist Christoph Tiemann . „Was treibt sie für diese Arbeit an?“ war auch für Tiemann eine wichtige Frage an die insgesamt sieben Gäste in drei Talkrunden.

„Mir geht es gut. Das möchte ich weitergeben an Familien mit Kindern, die Hilfe brauchen“, erklärte Monika Twenhöven vom Initiativkreis Hoppengarten. Der bietet im 14. Jahr Flüchtlingsfamilien Hausaufgabenbetreuung und andere Alltagshilfen kostenfrei an. „In Schulklassen ist es nicht so einfach – die Kinder sind oft verschüchtert. Man muss erst Vertrauen gewinnen.“

Wegmann und Twenhöven sprachen beide von Parallelgesellschaften des Alltags, die die Unterstützer erst im direkten Kontakt kennenlernten und die sich für sie im „Miteinander“ aufgehoben hätten.

Verständnis in einem anderen Kontext erlebt der frühere Gymnasiallehrer Erwin Stroot, wie er erzählte, im Projekt „Wohnen für Hilfe“. Studenten finden darüber Wohnraum bei zumeist älteren Menschen, denen sie als Gegenleistung für günstigeres Wohnen bei Alltagsdingen helfen. „Wir bringen junge und ältere Menschen zusammen. Damit das klappt, muss aber Sympathie der Leute füreinander da sein.“ Laut Stiftungs-Chef Hans-Peter Kosmider sollen alle Beiträge der Matineen dokumentiert werden.

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