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Mi., 25.03.2015

Verwaltung soll neuen Vorschlag vorlegen Rat lehnt Barzuschuss für Katholikentag ab

Ratssitzung

SPD, Grüne und Linke lehnten einen Barzuschuss für den Katholikentag am Mittwochabend im Rat ab. Foto: Oliver Werner

Münster - 

(Aktualisiert um 20.20 Uhr) Der Rat der Stadt Münster hat am Mittwochabend einen Barzuschuss für den 2018 geplanten Katholikentag in Höhe von 1,2 Mio. Euro abgelehnt. Der Diözesanbeauftragte des Bistums bezeichnete die Entscheidung als „unverständlich“.

Von Martin Kalitschke

Der für 2018 in Münster geplante Deutsche Katholikentag wird von der Stadt keinen Barzuschuss in Höhe von 1,2 Millionen Euro erhalten. Dies entschied der Rat am Mittwochabend mit den Stimmen von SPD, Grünen und Linkspartei. Stattdessen soll bis zur nächsten Ratssitzung geklärt werden, wie eine Unterstützung auch durch Sachleistungen erfolgen kann.

Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken hatte den Zuschuss beantragt. Der Diözesanbeauftragte des Bistums für den Katholikentag bezeichnete die Ratsentscheidung am Abend als „unverständlich“. Der entscheidenden Abstimmung war eine mehr als zweistündige Diskussion vorausgegangen.

Wenn die finanzielle Lage der Stadt Münster besser wäre, dann hätte die FDP dem von der Verwaltung vorgeschlagenen Barzuschuss zugestimmt, stellte die Fraktionschefin der Liberalen, Carola Möllemann-Appelhoff, klar. Rüdiger Sagel von der Linkspartei betonte, dass er dagegen sei, dass die Stadt manche Veranstalter besser und manche schlechter stelle. Zudem betonte er, dass es die Trennung von Staat und Kirche verbiete, einen Katholikentag finanziell zu fördern. Otto Reiners, Fraktionschef der Grünen, stellte klar, dass ein Katholikentag gut zu Münster passe, aber dass dafür nicht automatisch Zuschüsse der Stadt fließen müssen.

CDU-Fraktionschef sieht Religionsfeindlichkeit

Stefan Weber, Fraktionschef der CDU, meinte bei Gegnern eines Barzuschusses eine grundsätzliche Religions- und Kirchenfeindlichkeit festzustellen. Den Zuschuss nicht gewähren zu wollen, zeuge von Intoleranz. 

Michael Jung, Fraktionschef der SPD, betonte, dass sich die Stadt einen Zuschuss von 1,2 Millionen Euro einfach nicht leisten könne. Eine Verschuldung für den Katholikentag komme nicht in Frage, eine Unterstützung durch Sachleistungen aber durchaus.

Vorschlag bis zur nächsten Ratssitzung

SPD, Grüne und Linken betonten, dass mit ihrem am Ende mehrheitlich beschlossenen Antrag die Tür für eine Unterstützung nicht verschlossen sei. Bis zur nächsten Ratssitzung soll die Verwaltung nun einen Vorschlag erarbeiten, der Möglichkeiten der Unterstützung und deren Wert ausweist. Dabei solle eng mit dem Veranstalter, dem Zentralkommitee der deutschen Katholiken, zusammengearbeitet werden.

Oberbürgermeiser Markus Lewe betonte indes, dass es schwer werden dürfe, eine solche Liste bis zur nächsten Sitzung zu erarbeiten. Dafür müsse das Programm des Katholikentages bekannt sein, doch dafür sei es noch zu früh.

Enttäuschung beim Bistum

Dr. Klaus Winterkamp, Diözesanbeauftragter des Bistums Münster für den Katholikentag, stellte direkt nach der Abstimmung fest: "Es ist für mich unverständlich, dass eine Stadt wie Münster – anders als Leipzig, Regensburg oder Mannheim, um nur die jüngsten Beispiele zu nennen – nicht gewillt ist, ein Event wie den Katholikentag finanziell mit einem Barzuschuss zu unterstützen. Dass der Stadtrat stattdessen Sachleistungen – auch da ist der Beschluss allerdings noch sehr vage – zur Verfügung stellen will, ist aber immerhin besser als nichts." Nun gelte  es, genau zu schauen, was sich hinter diesen Sachleistungen verbirgt und wer die Kosten für was übernehmen soll – "das darf letztlich für die Veranstalter nicht zur Mogelpackung werden."  

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