Do., 10.01.2008

Nachrichten Münster Zirkus Roncalli: Spitzenshow mit Glanz und Glitter

„Circus meets Music“ hatte Premiere im Roncalli-Zirkuszelt auf dem Hindenburgplatz. (Foto: Claus Röttig)
Von Sigmar Teuber

Münster - Der Mann, der plötzlich in der Manege steht, wirkt ein wenig verloren. Ist es ein Zuschauer, der sich verlaufen hat? Nein. Schnell wird klar: Die Gäste im Roncalli-Zelt erleben gerade die Verwandlung eines Durchschnittstypen in einen Clown mit. Wenige Accessoires genügen und aus dem Niemand wird David Larible, der, der beim Internationalen Zircusfestival in Monaco den begehrten „Goldenen Clown“ aus den Händen der Fürstenfamilie erhalten hat.

Kaum ist als Letztes die Schiebermütze auf seinem Kopf gelandet, ist die Manege auch schon zum Wunderland geworden: „Roncalli – Circus meets Music“ heißt die Show, die fast drei Stunden lang das verehrte Publikum im proppevollen Zelt in ihren Bann ziehen wird. Angerührt haben die zauberhafte Mischung aus Spitzenartistik und hitparadenverdächtiger Musik Zirkusdirektor Bernhard Paul und die Kelly Family.

Mittwochabend. Eine lange Menschenschlange auf dem Hindenburgplatz. Hunderte strömen ins von außen eher klein wirkende Zirkuszelt. Alle finden einen Platz. Die Show, nein, das Staunen beginnt. Schnell zeigt sich, dass die Programm-Verantwortlichen einige der Besten der internationalen Zirkusszene verpflichtet haben. Shirley Larible zum Beispiel, die Tochter David Laribles, verbrachte den größten Teil ihrer derzeit 18 Lebensjahre im Zirkuszelt und reifte zu einer Artistin heran, deren Kunst schon die Besucher bei Ringling Bros. & Bailey begeisterte.

Marina und deren Zwillingsschwester Svetlana Tsodikovi entdeckten als Elevinnen der Moskauer „Academy for Art“ ihre Begeisterung für die Kunst der Antipodisten, die Dinge mit den Füßen jonglieren. Maxim Kriger, das Duo Krims, Valentina Kriger, die „fliegende Fee am Vertikalseil“, der Speed-Jongleur Claudius Specht und natürlich das Duo Khachatryan – Eliza, die Königin auf dem Hochseil, und ihr Vater Gevorg, der einen extrem schwierigen Rückwärts-Salto unter der Balancierstange hindurch wagt, das seine Kunst auf dem Hochseil zeigt: Alle Akteure haben in der Szene und beim Publikum Rang und Namen.

Die Zusammenarbeit der Kelly Family mit Bernhard Paul ist nicht neu. Wie man erzählt, soll Gründervater Dan Kelly einst dem heutigen Roncalli-Direktor finanziell aus der Klemme geholfen haben, als der mit seinem Zirkus weit unten war. Seitdem sind die Kellys – die übrigens vor langer Zeit als noch unbekannte Band auf Münsters Straßen und in einem Zelt auf dem Hindenburgplatz erste Konzerte gegeben haben – dem fahrenden Volk und der Manege treu geblieben.

Die aktuelle Produktion gemeinsam mit den Zirkusleuten jedoch hat einen besonderen Reiz, der nicht nur von der jeweils perfekt zur Akrobaten-Nummer passenden Musik lebt. Das i-Tüpfelchen setzt jeweils Joey Kelly, der weder vor Kraftakten noch vor einem Auftritt auf dem Hochseil zurückschreckt. Standing Ovations waren der Lohn für alle Akteure.

Den Zuschauern, so viel ist sicher, dürften die Show und die Stimmung im Zelt gefallen haben. So manchem Gast aber hat es, wie Missmutsäußerungen zeigten, gar nicht gefallen, dass einige Gäste das Zelt bereits verließen, als die Künstler sich vom Publikum verabschiedeten.

Abgesehen davon, dass sie denen, die die Darbietungen bis zum Schluss genießen wollten, auf die Füße traten, ist es grob unhöflich, eines schnöden Vorsprungs beim Verlassen des Parkplatzes willen die Akteure, die ihr Bestes geben, derart zu brüskieren . . .

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