Nachrichten Münster
Das Ende der alten Schauburg

Donnerstag, 21.02.2008, 06:02 Uhr

Münster . Die Altstadtsatzung spielt in dem neuen Film, der auf dem Grundstück des ehemaligen Kinos „ Schauburg “ gedreht wird, die Hauptrolle. Die Satzung gibt bei der Baumaßnahme zwischen Winkelstraße und Pro22 Eigentumswohnungen sind in einem fünfgeschossigen sowie in einem weiteren dreigeschossigen Neubau direkt an der Promenade geplant. Dafür muss ein Großteil der alten „Schauburg“, die 1989 zum Kinocenter „Stadt New York “ umgebaut wurde, weichen. Ein Kino-Altbau, der direkt an der Ecke Winkelstraße / Salzstraße steht, wird dagegen saniert und umgebaut.menade den Ton an.

Das Innenleben des alten Kinogebäudes, sagt Bauherr und Investor Markus Gerdemann von der Bauträger Dominus Wohnbau- und Grundstücks GmbH, wurde bereits entkernt. Erinnerungen an die „Schauburg“ seien dabei nicht gefunden worden. Gerdemann vermutet, dass diese bereits beim Umbau 1989 entdeckt worden sind. Damals galt der Umbau für rund 8,5 Millionen D-Mark zum neuen Kino Stadt New York mit seinen vier Sälen als das „Kino der Zukunft“.

Jetzt fressen sich Spezialgeräte durchs Dach des alten Gebäudes und nagen an den Außenmauern. Stück für Stück wird die alte „Schauburg“ abgetragen. Material und Bauschutt müssen über die Winkelstraße geliefert und abtransportiert werden. Über die Promenade laufe nichts, es sei denn, sie erwirkten eine Ausnahmegenehmigung, betont Gerdemann, der das neue Wohngebäude gemeinsam mit Architekt Uwe Landheer geplant hat.

Bereits im Jahre 2006 war bekannt geworden, dass der Vorhang im Kino Stadt New York endgültig fallen wird. Eine Baugenehmigung liegt der Firma Dominus seit einem Jahr vor. Aufgrund der sensiblen Situation, der engen Bebauung und der Promenade nebenan sei jedoch eine längere Planungsphase notwendig gewesen, so der Bauherr. Ein Hauseigentümer in der Nachbarschaft muss beispielsweise eine Mauer an seinem Haus ziehen, damit seine Mieter demnächst nicht ins Freie schauen.

Innerhalb von einem Jahr sollen nun dort, wo bisher der Duft der großen weiten Welt auf der Leinwand verbreitet wurde, wo Popcorn und das Eis in der Pause schmeckten, neue Eigentumswohnungen entstehen. Ihre Größe bewegt sich zwischen 34 und 150 Quadratmetern. In einer Tiefgarage stehen 24 Stellplätze zur Verfügung.

Bevor der Grundstein gelegt wird, kümmert sich zunächst aber ein großes Heer von Handwerkern um das Eckgebäude Salzstraße / Winkelstraße, das ebenfalls von der Firma Dominus gekauft wurde. Dort, wo bisher unter anderem ein China-Imbiss geöffnet hatte, werden in kurzer Zeit neben einem Camel-Store im Erdgeschoss auch Büros, Arztpraxen sowie eine Wohnung eingerichtet.

Die „Schauburg“, erinnert sich Christian Hütsch, war bis zur letzten Vorführung im August vergangenen Jahres an Felix Esch von den münsterischen Filmtheaterbetrieben verpachtet. Hütschs Urgroßvater Christian Winter hatte einst die Schauburg 1929 gebaut und unter dem Namen „Stadt New York“ als Hotel-Restaurant eröffnet.

Später übernahm der Großvater, der ebenfalls Christian Winter hieß, den Betrieb. Dieser hatte zwei Töchter, Ellen und Irene Winter. Ellen heiratete Albert Mazotti. Der Bildhauer ist jetzt im Alter von 86 Jahren gestorben. Sein Sohn habe das Gebäude verkauft. Innerhalb von vier Wochen, so Gerdemann, sei man sich handelseinig gewesen.

Die „Schauburg“, sagt Christian Hütsch, war damals mit das erste Kino in Münster. Zunächst habe es dort aber nur Gelegenheitsvorstellungen gegeben. Münsters erstes Kino überhaupt stand auf der Ludgeristraße 28 a. Es wurde 1906 eröffnet und war unter dem Namen „Wiedau und Weiland“ bekannt.

Heute erinnern an das Kino „Stadt New York“ nur noch zwei Schriftzüge, die Nicole Weidehoff von der Firma Dominus am 19. April während einer Benefizveranstaltung bei Titus im ehemaligen Apollo auf der Königsstraße unter den Hammer bringen möchte. Der Erlös soll für den Entwicklungshilfeverein Viva con Agua bestimmt sein, der sich, gemeinsam mit der Welthungerhilfe, um die Trinkwasserversorgung in Entwicklungsländern kümmert.

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