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Mi., 06.02.2008

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Nach den tollen Tagen ist Fasten angesagt

Pater Erich Purk bietet während der Fastzeit einen Kursus und „Internet-Exerzitien“ an. Sein Buch „Freundschaft“ ist ein spiritueller Begleiter durch die Fastenzeit. (Foto: -spe-)

Münster - Es ist Aschermittwoch, die Fastenzeit beginnt. Im Mittelalter durfte man dann fast gar nichts essen und trinken – außer etwas Brot und drei Schluck Bier oder Wasser. Heute entdecken viele Menschen für sich die Fastenzeit neu: mit Fastenpredigten, Fastenkursen, Fastenessen und Fasten im eigentlichen Sinne.

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„Eine ausgewogene Ernährung ist ein wichtiger Gesundheitsschutz“, sagt Tilo Schneider-Bernschein, Vorsitzender der Bezirksgruppe Münster des Apothekerverbandes Westfalen-Lippe. Hüten sollten sich Verbraucher vor vergeblichen Heilversprechen. „Speck-weg-Pillen und manche Wundermittel sind nichts als fauler Zauber“, betont Schneider-Bernschein in einer Pressemitteilung.

Der Verzicht auf Alkohol und Schokolade sei mit Sicherheit zu begrüßen, meint Hausarzt Harald Hennig. Wer loslegen möchte, sollte sich aber zunächst darüber klar sein, was er täglich isst und trinkt. Es sei nicht notwendig, das Essen komplett aufzugeben. FDH, meint Harald Hennig, sei ohnehin out. Angesagt sei heute IDR: Iss das Richtige. Der Hausarzt wirbt für bewusstes Essen, für eine Reduzierung der Kohlenhydrate sowie für Ballaststoffe wie Obst und Gemüse.

Wer Heilfasten möchte, dem rät Hennig zur Vorsicht, um anschließend nicht kranker als vorher zu sein. Eine Null-Diät mache in seinen Augen keinen Sinn. Dem Körper fehlten Vitamine und es bestünde die große Gefahr, so Hennig, dass nicht genug getrunken wird. Viele Menschen seien der Meinung, dass gerade durch den Entzug von Flüssigkeit bereits die Waage ein Minus anzeige. Harald Hennig aber warnt und rät, mindestens drei Liter Flüssigkeit am Tag zu sich zu nehmen. Fasten, sagt der 50-jährige Mediziner, habe immer mit dem Vorsatz zu tun, dem Körper etwas Gutes zu gönnen.

Pater Erich Purk sieht das etwas anders. Für ihn hat das Fasten „wesentlich spirituelle Akzente, nicht nur leibliche“. Es könne der Beginn eines „neuen Denkens“ sein. Der Kapuzinerpater leitet ab heute einen Fasten-Kursus im Kloster, und er hat ein Buch als „spirituellen Fastenbegleiter herausgegeben“, das siebte seit 2002. Es heißt „Freundschaft“ und bietet für jeden Tag der Fastenzeit ein Schriftwort, ein „Wort des Tages“ und zahlreiche Beispiele an. „Freundschaft – das ist für Pater Erich „ein Schlüssel, der uns die Erfahrung von Treue und Vertrauen erschließt“ – und vielleicht ein Modell, wie jeder mit Christus in Beziehung eintreten kann.

Die Texte des Buches sind auch im Internet zu finden. Wer sich auf die Seite begibt, bekommt vielleicht noch Kontakt zu einem persönlichen Begleiter durch die Fastenzeit: Der Gedankenaustausch findet per E-Mail statt, einem Medium, das Pater Erich sehr schätzt. Die Internet-Exerzitien gestatten gerade der Anonymität wegen eine größere Sachlichkeit, Gründlichkeit und Offenheit.


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