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Ein blonder Standortfaktor...

Münster„Da werden sich sich Rat und Verwaltung wohl an eine andere Gangart gewöhnen müssen“, unkte das Jugendprinzenpaar gestern Abend im Mühlenhof. Und die Vermutung war nicht unbegründet. Denn Bürgermeisterin Karin Reismann erhielt dort eine...

Montag, 12.01.2009, 20:01 Uhr

Münster - „Da werden sich sich Rat und Verwaltung wohl an eine andere Gangart gewöhnen müssen“, unkte das Jugendprinzenpaar gestern Abend im Mühlenhof. Und die Vermutung war nicht unbegründet. Denn Bürgermeisterin Karin Reismann erhielt dort eine Peitsche - und bekannte freimütig, dass die die auch zu nutzen gedenke.

Der Mühlenhof war gestern Abend Schauplatz für die 36. Verleihung der Goldenen Peitsche - jener närrischen Auszeichnung, die die Fidelen Bierkutscher alljährlich an einen prominenten und einen närrischen Mitbürger verleihen. Neben Karin Reismann traf die Peitsche diesmal das karnevalistische Urgestein Rudi Grevsmühl . Und Bierkutscher-Boss Heinz Kenter konnte dazu wieder mal ein volles Haus begrüßen.

„Die Reismann“, so betonte der letztjährige Peitschenträger Klaus Meier in seiner Laudatio, sei allseits beliebt, ansteckend in ihrem Optimismus, hochgradig prominent - und das Lachen sei ihr Markenzeichen. Kurzum, so Meier: „Die Reismann ist ein Standortfaktor , um den uns andere beneiden.“

Der blonde Standortfaktor aus dem Rathaus zeigte sich von soviel Lob jedoch unbeeindruckt - und machte stattdessen deutlich, dass sie von der Peitsche auch reichlich Gebrauch machen werde. Nicht nur im Rathaus, sondern auch im Sport und gegebenenfalls bei Ehemann Heinz. Im Wahlkampf werde die Konkurrenz die Peitsche zu spüren bekommen. Und die Planer müssen sich wohl ebenfalls darauf einstellen, dass Karin Reismann jetzt über ein völlig neues Argument verfügt: „Auch die Planer vom Kreisverkehr“, reimte sie schmunzelnd, „spüren bald Eure Peitsche sehr.“

Ludwig Harbaum, Präsident der KG Schweine-Schinken-Schützen, knöpfte sich als Peitschenträger 2008 dann den „Bankkaufmann mit humoristischen Neigungen“ vor, dem an diesem Abend die zweite Peitsche zuteil wurde. Rudi Grevsmühl bekam als vielseitiger Büttredner und „Verkörperung des westfälischen Humors“ etliche Streicheleinheiten - wurde jedoch auch Zielscheibe des schwarzen Harbaum-Humors. Heute, so Harbaum, seien eine karierte Jacke, eine lange rote Krawatte und die Ledermütze die Markenzeichen von Rudi Grevsmühl: „Diese drei Teile kann er sich noch merken.“

Grevsmühl, seit Jahrzehnten in der Bütt bewährt, stellte jedoch postwendend unter Beweis, dass er sich auch mit 78 noch ganz andere Sachen merken kann - und zauberte eine flotte Büttrede aus dem Ärmel. Nicht ohne sich für die Peitsche zu bedanken - die er zum ersten Mal zu spüren kriege: „Zu Hause gab es immer nur den Rohrstock.“

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