So., 19.07.2009

Nachrichten Münster Tierschützer fordern Schließung des Zoo-Delfinariums

Münster - Die beiden blauen Plastikdelfine im viel zu kleinen Schwimmbecken vor dem historischen Rathaus sollen sinnbildlich darstellen, worauf Jürgen Ortmüller aufmerksam machen will. „Delfinarien sind für Delfine die Hölle auf Erden“...

Von Jennifer von Glahn

Münster - Die beiden blauen Plastikdelfine im viel zu kleinen Schwimmbecken vor dem historischen Rathaus sollen sinnbildlich darstellen, worauf Jürgen Ortmüller aufmerksam machen will. „ Delfinarien sind für Delfine die Hölle auf Erden“, prangert der Geschäftsführer des Wal- und Delfinschutz-Forums, Jürgen Ortmüller, am Samstag mit Plakaten an. Gemeinsam mit dem Delfin- und Walschützer von Pro Wal, Andreas Morlok , fordert Ortmüller die mittelfristige Schließung des Delfinariums im Zoo.

Das Hauptbecken mit einer Größe von zehn mal 20 Metern sowie das Rundbecken und eine für die Besucher nicht zugänglichen Haltungsanlage seien zu klein für die Tiere, sagt Ortmüller. Insgesamt teilen sich zwei Tümmler (Nemo und Nando), ein Sotalia-Delfin (Paco) sowie sechs Seelöwen die Anlage.

Besonders die Haltung von Paco zusammen mit den kalifornischen Seelöwen stößt auf Kritik bei den Delfinschützern. Paco würde ohne richtige Artgenossen vereinsamen, kritisieren sie.

Ein Vorwurf, den das Delfinarium scharf zurückweist. Der schon seit 1991 im Delfinarium lebende, ca. 30-jährige Sotalia-Delfin sei der einzige seiner Art in ganz Europa und in seiner Heimat vom Aussterben bedroht. „Paco hat keine eigene Gruppe“, so Andrea Kowski vom Delfinarium auf Nachfrage der Westfälischen Nachrichten. Außerdem seien die Becken für die Tiere keinesfalls zu klein, argumentiert Kowski weiter. „Wir bewegen uns nicht im rechtsfreien Raum. Wir erfüllen sämtliche erforderlichen Auflagen und halten auch die EU-Richtlinien ein.“

Argumente, die für Ortmüller nicht zählen. „Es gibt Tiere, die sich durchaus für eine Haltung in Gefangenschaft eignen. Delfine gehören nicht dazu“, so Ortmüller. Das WDSF sei nicht grundsätzlich gegen den Zoo. Ortmüller und Morlok wollen weiter hartnäckig bleiben: „Wir machen solange weiter, bis wir unseren gewünschten Erfolg erzielen.“

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