Nachrichten Münster
Alles ändert sich - nur eine bleibt

Donnerstag, 08.10.2009, 07:10 Uhr

Münster - Fünf Oberbürgermeister sah sie kommen und gehen - nur sie ist geblieben: Ursula Suer. Das Stühlerücken im Stadthaus 1 nach der Amtszeit eines Oberbürgermeisters hat sie nie mitmachen müssen, Ursula Suer durfte im OB-Büro bleiben. Demnächst bekommt sie wieder einen neuen Chef: Markus Lewe . Der Sechste, schmunzelt sie. „Ich freue mich drauf.“

Ursula Suer ist der Fels in der städtischen Brandung. Sie ist die rechte Hand des ersten Mannes oder im Falle von Marion Tüns auch der ersten Frau an der Spitze der Verwaltung in Münster. „Ursula Suer hat mir den Rücken freigehalten“, sagt Marion Tüns. Die 63-Jährige erinnert sich gern an die Zeit und schwärmt von der partnerschaftlichen Zusammenarbeit. „Ich konnte mich voll auf sie verlassen.“

Suer wäre eigentliche die perfekte Oberbürgermeisterin, denn niemand im Stadthaus 1 weiß besser, worum es geht, als sie. Nein, da kann sich auch der Neue im Rathaus, Markus Lewe, demnächst sicher sein. Seinen Posten auf dem Chefsessel im Amt macht ihm Ursula Suer, die „neue“ Frau an seiner Seite, nicht streitig.

Denn sie selbst steht äußerst ungern im Mittelpunkt. Dabei könnte sie jederzeit den OB spielen, denn sie weiß, wie es geht. Ursula Suer ist die rechte Hand des OBs, ist verschwiegen, führt den Terminkalender, achtet auf protokollarische Finessen und auch darauf, dass der Oberbürgermeister dieser Stadt einigermaßen pünktlich zu seinen Terminen kommt. Mehr noch, Ursula Suer organisiert und dirigiert, koordiniert und korrigiert, wägt ab, wie lange ein Termin dauern könnte und wann es zum nächsten gehen kann.

Das war schon immer so. Das war zu Dr. Albrecht Beckels Zeiten so, der von 1964 bis 1972 Oberbürgermeister dieser Stadt war, das war zu Dr. Werner Pierchallas Zeiten bis 1984 so, und auch unter Dr. Jörg Twenhöven, der bis 1994 OB war. Fünf Jahre, bis 1999, stand Ursula Suer Marion Tüns zur Seite. Zehn Jahre hielt sie es dann mit Chef Nummer Fünf, mit Dr. Berthold Tillmann aus.

Und jetzt? Jetzt tritt der nächste Chef bei Ursula Suer an: Markus Lewe, knapp 20 Jahre jünger als die Protokollchefin und vielleicht in vielen Fragen des täglichen Geschäftes einer Verwaltung wie die in Münster weniger routiniert. Aber keine Angst, Herr Lewe: Ursula Suer ist ja da.

Dem 44-Jährigen fällt ein dicker Stein vom Herzen, dass Ursula Suer sein Büro als Protokollchefin managt. „Ich bin froh, dass ich sie habe“, sagt er. Ihre Kenntnisse und ihre soziale Kompetenz, so Lewe, seien von unschätzbarem Wert.

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