Nachrichten Münster
Keiner wollte den Lokschuppen

Münster - Im restaurierten Bielefelder Ringlokschuppen ziehen Stars Tausende von Besuchern an, Messen finden statt, Restaurants und Galerien haben eröffnet. Eine solche glänzende Zukunft erwartet den alten Lokschuppen am münsterischen Hauptbahnhof...

Mittwoch, 07.10.2009, 06:10 Uhr

Münster - Im restaurierten Bielefelder Ringlokschuppen ziehen Stars Tausende von Besuchern an, Messen finden statt, Restaurants und Galerien haben eröffnet. Eine solche glänzende Zukunft erwartet den alten Lokschuppen am münsterischen Hauptbahnhof nicht. Im Gegenteil: Die 1891 errichtete Groß-Garage und Reparaturwerkstatt für Lokomotiven wird jetzt abgerissen. Seit Anfang der Woche knabbern die Bagger an dem mächtigen Gebäude, das es nicht zum Industriedenkmal gebracht hat.

„Wir haben zwei Jahre lang nach einem neuen Nutzer für den Lokschuppen gesucht“, bedauert Gerd Felser , Sprecher der Deutschen Bahn . Doch niemand wollte die alten Hallen übernehmen, „vor allem, weil der Lokschuppen über keine Straße zu erreichen ist“, erklärt Felser.

Eine Außenmauer des Lokschuppens grenzt oberhalb an die Hafenstraße zwischen den Gleisüberführungen. Zugänglich war der Lokschuppen bisher nur über die Gleise. Vor etlichen Jahren riss ein Sturm ein riesiges Loch in eines der Dächer. So verfiel der Schuppen immer mehr. „Die Wiederherstellung wäre zu teuer gewesen“, sagt Felser, und sogar die bloße Erhaltung koste die Bahn auf Dauer zu viel Geld.

So bleibe nur der Abriss. Bis Ende des Jahres werde das dauern, so Felser. Er versteht, dass Freunde alter Industriearchitektur und Bahnnostalgikern dies schmerzt. Aber: „Dass der Lokschuppen zu vergeben war, war stadtbekannt. Keiner wollte ihn haben.“

Anzeige
Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/450782?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F597181%2F696361%2F
Auto-Freaks sorgen auf Ahlener Zechengelände für Ärger
Die Fläche zwischen den Fördertürmen ist beliebter Treffpunkt der jungen Fahrer mit lautstark getunten Autos. Diesen dichtzumachen, könnte Teil der Lösung sein, hoffen die Anlieger.
Nachrichten-Ticker