Kultur Münster
Russische Filmtage: Werte und soziale Wirklichkeit

Dienstag, 16.03.2010, 16:03 Uhr

Münster - Das russische Filmfestival bekommt immer mehr Zulauf. Seit einer Woche finden die speziellen Kinowochen im „Schlosstheater“ statt. Es ist die zweite Auflage der vom Filmclub zusammen mit der Gesellschaft zur Förderung der deutsch-russischen Beziehungen organisierten Veranstaltungsreihe.

Die besten aktuellen Filme Russlands (gedreht im Zeitraum von 2007 bis 2009) zeigen das flächengrößte Land der Erde von vielen Seiten. Das Programm ist vielschichtig - von der übertriebenen absurden Komödie „Sumasshedshaya pomoshch“ („Verrückte Rettung“) des jungen russischen Regisseurs Boris Chlebnikov bis hin zum optimistischen Musical „Stiljagi“ („Hipsters“) des weltberühmten russischen Filmemachers Valerij Todorowskij.

„Gemeinsam an allen diesen Filmen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, sind nicht die Themen und Ausdrucksmittel, sondern das erstaunliche kreative Potenzial der Filmemacher in Russland“, erzählt eine der Veranstalterinnen, Gudrun Wolff . Die Produktionen wurden dieses Jahr eigens für das Festival in Münster ausgesucht. Es sind durchweg Preisträger der internationalen Festivals in London, Hongkong, Cannes und der Berlinale. Und das Ergebnis der Auswahl sind volle Säle im „Schlosstheater“ und sich daraus ergebende Diskussionsrunden nach jeder Vorstellung. Fanden sich im vorigen Jahr circa 600 Liebhaber der russischen Filme in Münster zusammen, rechnen die Veranstalter zur Halbzeit mit der doppelten Zahl der Interessenten. Und für nächstes Jahr ist daher eine dritte Auflage der „Russischen Filmtage “ geplant. „Dank des aktuellen Booms der russischen Filmindustrie werden wir sicherlich an guten Werken keinen Mangel haben“, ergänzt die Vorsitzende der deutsch-russischen Gesellschaft Gudrun Wolff.

Warum fühlen sich die Münsteraner von der russischen Kultur und Sichtweise immer wieder angezogen? „Ich lerne Russisch und versuche, durch solche Vorstellungen in der Originalfassung moderne lebendige russische Sprache aufzunehmen“, erläutert der Münsteraner Andreas Wilke. Der ehemalige Vorsitzende des deutsch-russischen Vereins „Kompass“, Joachim Widder, meint: „Russische Filme sind immer spontan und vermitteln direkt die soziale Wirklichkeit und die inneren Werte, die wir im Westen nur indirekt zu spüren bekommen.“ Und die 32-jährige münsterische Slawistin Nina Wolff betont: „Spielend und abwechslungsreich decken diese Streifen die unterschiedlichsten Filmgenres der Moderne ab.“

» Die russischen Filmtage werden bis zum 24. März im Schlosstheater fortgesetzt. Karten unter ' 225 79.

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