So., 06.06.2010

Nachrichten Münster Rettungsdramen in der City

Von Claus Röttig

Münster - Es klingt wie eine Katastrophe : Überall in Münster geschehen gleichzeitig schwere Unfälle. Ein Marktstand an der Lambertikirche brennt, zwei Verletzte müssen versorgt werden, ein Arbeiter ist vor dem Stadthaus 1 von einem Gabelstapler gefallen, hat einen Kollegen mit sich gerissen und schreit nun laut um Hilfe. Beim Regierungspräsidenten ringt ein Patient um sein Leben. Sanitäter beginnen sofort mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung. Die Passanten, die am Wochenende durch die Stadt zogen, staunten nicht schlecht über die schnellen Masseneinsätze der Retter. Beim Tag der Johanniter zeigten die rund 1500 ehrenamtlichen Helfer, was sie in Extremfällen können.

Viele unterschiedliche Herausforderungen gab es an den 13 Stationen, die über das Stadtgebiet verteilt waren. Denn es kam nicht nur auf die Kenntnisse in erster Hilfe an. Darüber hinaus ging es um gute Teamarbeit, denn sonst wäre beispielsweise der Transport einer Wasserschale auf einer Trage durch einen Hindernisparcours im Rathausinnenhof zu einer unlösbaren Aufgabe geworden. „Zugegeben, wir haben geübt“, schmunzelte Riccardo Schinke vom Regionalverband Essen. Die Einsatztruppe habe auf dem heimischen Übungsgelände einen Parcours aufgebaut. „Es ist nicht gerade einfach, eine Trage über eine Treppe zu bringen, insbesondere, wenn sie so hoch ist wie die in Münster“, erklärte der Teilnehmer, während die nächsten Retter schon auf den Startschuss warteten.

Nicht nur deutsche Teams gingen an den Start, sondern auch Vertreter anderer Länder, unter anderem aus Nordirland oder Polen, waren angereist, um sich zu messen. So stellten die Spezialisten vom Orden St. John, der internationalen Variante des Johanniter-Ordens, unter Beweis, dass sie auch die Wiederbelebung beherrschen. Bei drückenden Temperaturen vor der Glasfront des Gebäudes des Regierungspräsidenten mussten die Helfer pumpen und Unfallopfer beatmen.

„Es ist einfach schön, Gleichgesinnte zu treffen, denn wir lernen alle voneinander“, freute sich Linda Heaney, die zur Gruppe aus Nordirland gehörte. Denn die Zielsetzung der internationalen Organisationen sei gleich: „Wir retten und schützen Menschenleben.“

In der Zwischenzeit mussten auch die Brandopfer vor der Lambertikirche versorgt werden. Unter den strengen Augen von Schiedsrichter Eckehard Henk gingen die Nordiren zu Werke. Doch schon bald stellte sich heraus, dass Sprachprobleme die Bewertung erschwerten. „Es werden verschiedene Aspekte der Rettung bewertet: Dazu gehören unter anderem die Teamleistung, aber auch die medizinische Bewertung des Unfalls“, so Henk. Und da gebe es nun einmal Unterschiede zwischen den Ländern. „Zum Glück haben wir einen Dolmetscher.“

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