Di., 24.08.2010

Kultur Münster Gewagte Konstruktion

Von Gerhard H. Kock

Münster - Eine Plastikplane in Warnfarben an den Breul-Häusern - wird hier was gebaut? Wenn ja, handelt es sich um eine kühne Konstruktion. Die Konstruktion sieht aus wie ein angeflanschter Sarg. Ist aber Kunst. Genauer: Hier hat Tassilo Sturm für das „Treppenhaus of Modern Art“ (ToMA) seine Installation „stiegenhausexil“ gebaut.

„Das Haus ist ein Rückzugsort, es steht für Intimität und Innerlichkeit. Gleichzeitig stellt der bewohnte Raum aber einen Kosmos dar, der eine Projektionsfläche bilden kann für unsere Gefühle, Erinnerungen, Erwartungen“, so definierte Sturm im Jahr 2006 das Haus. Sein Exil im Stiegenhaus ist von außen weder intim noch innerlich. Und so ist es auch nicht gemeint. Man muss schon in die enge Stiege des Hauses hineingehen, um in jenes nun „ehemalige“ Fensterloch zu schauen, das zu einem Fluchtloch geworden ist.

Angesichts des optischen Spektakels, das der Künstler mit Farbe und Takelage in der Häusergasse veranstaltet, ist Exil hier weniger als Versteck aufzufassen, denn als Abwehr, als Rückzugsort. Immerhin gibt sich Sturm als Bewohner auf Zeit in diesem Mehrfamilienhaus durchaus kontaktbereit. Schließlich hat er ans allgemeine Klingsschild nebst Postkasten auch seinen Namen in knalligem Orange geklebt, so dass ihm selbst hier theoretisch Brief oder Pakete zugestellt werden könnten. Man könnte scherzhaft meinen, dass Tassilo Sturm mit dieser Aktion zugleich eine „Briefkasten-Firma“ eröffnet hat, die die Idee einer solchen Adresse konterkariert.

» Die Ausstellung ist noch bis zum Sonntag (29. August) am und im ToMA (Treppenhaus of Modern Art), Breul 34 ( Andreas Weber ), zu sehen. Öffnungszeiten: sonntags von 15-18 Uhr und nach Vereinbarung: ' 41 44 17 85.

Leserkommentare

Google-Anzeigen

immomarkt.ms Anzeigen

Wohnungen, Häuser, Grundstücke und gewerbliche Immobilien aus Ihrer Region

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/282844?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F597177%2F696336%2F