Nachrichten Münster
Peitsche für zwei Banker

Dienstag, 11.01.2011, 10:01 Uhr

MÜNSTER - Münster steckt voller Merkwürdigkeiten : Andernorts bekommen Banker schon mal den „Goldenen Handschlag “. In Münster bekommen sie die „Goldene Peitsche“. Diese Erfahrung mussten gestern zwei gestandene Banker machen, die von der Karnevalsgesellschaft „Fidele Bierkutscher“ närrisch abgestraft wurden.

Zum 38. Male holten die Bierkutscher in diesem Jahr aus - und wieder traf die Peitsche je einen Vertreter des öffentlichen und des karnevalistischen Lebens. Wobei es der Zufall wollte, dass beide von Hause aus Banker sind.

Die „karnevalistische“ Peitsche ereilte Rolf Schröder (69), der 1987 als Prinz Karneval die münsterischen Narren regierte. Der ehemalige WestLB-Banker investiert seine einschlägigen Finanzmarkt-Kenntnisse heute in den Karneval: Er ist Kassierer beim Bürgerausschuss Münsterscher Karneval (BMK). Und außerdem Präsident der Bürgerausschuss-Tochter „Whap“ („Westfalen haut auf die Pauke“), die seit Jahren die gleichnamige Fernseh-Gala in der Halle Münsterland organisiert.

Die „öffentliche“ Peitsche ging an Enrico Kahl, den Vorstandsvorsitzenden der Sparda-Bank - der freilich zugleich auch auf karnevalistische Kompetenzen verweisen kann: Mal ganz abgesehen davon, dass er auch rheinisches Blut in den Adern hat, hat er sich u. a. beim „Tennengericht“ hervorgetan - und er hat nicht ohne Grund schon zahlreiche närrische Titel und Orden gesammelt.

Von daher hatten die Laudatoren leichtes Spiel: Ursula Suer, langjährige Protokoll-Chefin der münsterischen Oberbürgermeister, und Anton Egger, Präsident der KG Böse Geister, machten unmissverständlich deutlich, dass ihre Schützlinge die Peitsche verdient hätten - die „goldene“, wohlgemerkt.

Doch vor die Peitsche hatten die Bierkutscher auch in diesem Jahr den Gesang gestellt. Denn die „Fidelen Bierkutscher“ sind eine singende Karnevalsgesellschaft. Und sie nahmen die Gäste im Gräftenhof des Freilichtmuseums Mühlenhof auch gestern Abend wieder mit auf eine musikalische Rundreise durch ihre bekanntes Repertoire. Keine Frage, dass der Saal auch diesmal begeistert mitsang, wenn es hieß „Ja, wenn wir lau, dann jau“ oder „Wir sind münstersche Jungs“.

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