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Sa., 19.02.2011

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Vielfliegern reicht der FMO nicht

Sie brauchen den FMO, aber sie leiden auch am FMO: die Unternehmer Ralph Weidling (v.l.), Sofie Winkhaus, Jan-Udo Kreyenborg , Fabian Roberg und Dr. Christian Spieker. Auf dem Foto fehlt Heiner Ibing.<beschreibung>Foto: </beschreibung> (kb)
Von Klaus Baumeister

Münster - Nähe allein genügt nicht! Das münsterische Beratungsunternehmen ZEB hat derzeit einen Riesenauftrag in Wien abzuarbeiten. Regelmäßig steigen Mitarbeiter morgens um 4 Uhr ins Taxis und werden zum Düsseldorfer Flughafen chauffiert.

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Viel schneller wäre es für die Münsteraner, am Flughafen Münster-Osnabrück (FMO) einchecken zu können. Doch wenn dort um 10.40 Uhr der erste Flieger in Richtung Wien abhebt, müssen die ZEB-Mitarbeiter „längst beim Kunden sein“, erklärt Dr. Thomas Spieker, Organisationschef des Unternehmens.

ZEB ist ein schlagendes Beispiel für das höchst ambivalente Verhältnis zwischen münsterischen Unternehmen und dem FMO. Einerseits werden Erreichbarkeit, gutes Parkplatzangebot und die schnelle Abfertigung gelobt, andererseits das dünne Angebot und eine schlechte Taktung kritisiert.

„Der FMO hat ein Vermarktungsproblem“, beschreibt Julius Roberg (Firma Coler), Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Münster, die Situation. Der jahrelange Streit über die Verlängerung der Startbahn verdecke ganz offenbar einen zentralen Standortvorteil: „Es ist sehr bequem, den FMO zu nutzen.“

Doch zurück zur ZEB: Die 800 Mitarbeiter dieses Unternehmens, darunter 350 am Stammsitz Münster, bringen es auf 14 000 Flüge im Jahr. 1500 davon entfallen auf den FMO, womit ZEB laut Spieker sicherlich zu den „Hauptnutzern des FMO“ gehöre. Mangelnder Lokalpatriotismus sei nicht der Grund, dass der FMO im Ranking der genutzten Flughäfen nur Platz vier belege. „Es geht einfach nicht anders.“

Die münsterischen Unternehmer Sofie Winkhaus, Jan-Udo Kreyenborg, Ralph Weidling (Firma Weicon) und Heiner Ibing (Brooks Sports) sind ebenfalls Vielflieger, da ihre Unternehmen international tätig sind. Die Firmen buchen im Jahr insgesamt rund 1000 Geschäftsflüge.

Stellvertretend für seine Kollegen formuliert Heiner Ibing die Erfahrungen so: „Am liebsten würden wir alles über den FMO abwickeln, aber wir müssen immer wieder auf Düsseldorf zurückgreifen.“ De facto liegt die FMO-Quote bei den Flügen der befragten Unternehmen bei 20 bis 50 Prozent.

Die Hauptursache, warum der Anteil nicht höher ausfällt: Fehlende Direktflüge zu europäischen Großstädten wie Paris, Madrid, Zürich, Barcelona, Stockholm oder Moskau. Und wenn es doch Nonstop-Verbindungen gibt wie das Beispiel Wien zeigt, dann zu Touristen-Zeiten - und nicht am frühen Morgen.

Auch Jan-Udo Kreyenborg gehört zu den Unternehmern, die häufig ab Düsseldorf fliegen. „Wenn ich dort all die Autos mit den Kennzeichen MS, ST, COE, WAF oder EMS sehe, dann denke ich mir: Viele davon könnten auch ab Greven fliegen.“

Dabei kennen alle befragten Vielflieger die Momente, in denen sie sich die Vorzüge einer stressfreien Reise ab Greven geradezu herbeisehnen. Sofie Winkhaus und Ralf Weidling beklagen die ständigen Staus rund um Düsseldorf, Kreyenborg findet die langen Wege auf dem Frankfurter Flughafen „einfach schrecklich“ - und Ibing rechnet vor: „Bei Flügen ab dem FMO spare ich immer mindestens eine Stunde.“

Kurz und gut: Der FMO hat ein „riesiges Potenzial“, meint Kreyenborg, wenn es nur gelänge, den genervten Geschäftsreisenden in Düsseldorf eine Alternative aufzuzeigen.

Um die Kehrtwende zu schaffen, so Julius Roberg, brauche der FMO eine neue, offensive Strategie - als Flughafen „mit den zufriedensten Kunden“.


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