Durchfall-Keim EHEC
Mi., 25.05.2011
Münsteraner bleiben gelassen
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Münster - Es bedarf nicht viel Geduld, dann sind die ersten Gespräche zu hören, die sich um das Thema EHEC drehen. Die gefährlichen Erreger regen zum Diskutieren an - das steht schnell fest, hier auf dem Markt am Dom und wenig weiter in der Mensa am Aasee. Aber von heller Aufregung kann wiederum auch nicht die Rede sein.
Ruth Nosbers und Katja Robben stehen gemeinsam mit ihren kleinen Kindern am Bio-Stand Rogge und werden von Volker Wiemann bedient. Der Händler berichtet von einigen Käufern, die Fragen stellen. „Aber mich wundert, dass es nicht mehr sind.“ Seine beiden Kundinnen wollen auf Obst und Gemüse trotz EHEC nicht verzichten. „Salat nehme ich diesmal allerdings nicht“, sagt Ruth Nosbers. „Der lässt sich schlecht waschen, weil er so krusselig ist.“
Derweil ist Mittag. An der Salattheke der Aasee-Mensa hat sich Anna Heselhaus allerlei „Grünzeug“ auf den Teller gepackt. Bunt und lecker sieht´s aus. Aber greift man in Zeiten von Enterohämorrhagischen Escherichia coli, dafür steht EHEC, bedenkenlos zu? „Ich informiere mich schon. Aber jetzt hab´ ich einfach nur Hunger gehabt und mich ohne groß zu grübeln bedient.“
Ähnlich ergeht es David Kästle mit Blick auf sein Essen oder auch Johanna Hiller und Sabrina Timmer, die einfach hoffen, dass die an sich gesunde Kost auch diesmal gesund ist und die Hygienestandards stimmen.
Dass dem so ist, versichert Andreas Althaus. Der Leiter der Mensen berichtet von sehr hohen Standards beim Lieferanten von Salat und Gemüse und davon, dass der in einer Stellungnahme nun zusätzlich versichert habe, speziell beim Abwaschen der Ware noch intensiver als ohnehin schon zu arbeiten.
Abwaschen ist auch ein Stichwort für Claus Grajetzki. Er hat sich gerade Tomaten auf dem Markt gekauft und rät zu gesundem Menschenverstand und Gelassenheit im Umgang mit EHEC. „Rinderwahnsinn, Schweinegrippe, Dioxin-Eier - wenn ich bei jeder Seuche das Essen eingestellt hätte, würde ich hier heute nicht mehr stehen.“
