EHEC-Fall in Münster
Mi., 22.06.2011
Obduktion: Darmkeim nicht nachgewiesen
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Münster - Der Verdacht bleibt, aber der Beweis fehlt: Auch nach der Obduktion des 25-jährigen Münsteraners, der am vergangenen Mittwoch im St.-Franziskus-Hospital gestorben ist, bleibt die Frage ungeklärt, ob die Darmkrankheit EHEC mitverantwortlich für den Tod des Mannes ist. EHEC-Keime konnten nicht nachgewiesen werden.
Fest steht nur das: Der Mann ist „an den Folgen eines sehr schweren hämolytisch-urämischen Syndroms (HUS) gestorben“, teilte gestern Dr. Eduard Holz vom St.-Franziskus-Hospital auf Anfrage mit. Ob EHEC hierfür der Auslöser war, bleibt auch nach den Untersuchungen im Pathologischen Institut der Universität offen. Dr. Holz: „Wir können EHEC nicht ausschließen, aber auch nicht nachweisen.“
Dr. Holz, Chefarzt unter anderem für Internistische Intensivmedizin am Franziskus-Hospital, hatte den 25-Jährigen behandelt. Der aus dem Kreis Warendorf stammende Auszubildende war am 9. Juni mit schweren HUS-Symptomen eingeliefert worden. Die Mediziner gingen von EHEC als Auslöser des Syndroms aus, auch wenn der Krankheitsverlauf „atypisch“ war, so Dr. Holz. Kein starker Durchfall, keine nachweisbaren EHEC-Keime. Natürlich kann HUS auch von anderen Krankheiten ausgelöst werden. Holz: „Hinweise darauf gab es jedoch nicht.“
Das war offenbar auch der Grund dafür, warum das städtische Gesundheitsamt am vergangenen Freitag in einer Pressemitteilung EHEC als Todesursache genannt hatte. Dr. Michael Lürwer, Leiter der Abteilung Infektionsschutz und Umwelthygiene beim Gesundheitsamt: „Bei einem so fulminant verlaufendem HUS geht man davon aus, dass es sich um EHEC handelt, auch wenn der Beweis fehlt.“
Ob der irgendwann erbracht werden kann, ist unsicher. Dr. Holz wartet noch auf die Ergebnisse der neuropathologischen Obduktion. Die stehen noch aus. Aber möglicherweise sind die Experten auch danach nicht schlauer als jetzt. Dr. Holz: „Wir werden es vielleicht nie erfahren, und das wäre unbefriedigend.“
