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Fr., 24.06.2011

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Wissenschaftler entdecken verschwundenen EHEC-Typ

Bei ihrer Interaktion mit Darmzellen zeigen alle aktuellen Ausbruchsstämme das für enteroaggregative E. coli (EAEC) typische Anheftungsmuster, das einer „Mauer aus Backsteinen“ gleicht. (UKM)

Münster. Ein wichtiger Schritt zum Verständnis des EHEC-Erregers ist den Wisschenschaftlern um Prof. Dr. Dr. h.c. Helge Karch von der Univerität Münster gelungen. In der seit gestern verfügbaren Online-Ausgabe des weltweit führenden Publikationsorgans in der Infektionsforschung „Lancet Infectious Diseases“ berichten die EHEC-Forscher über ihre Forschungsergebnisse. Sie haben...


Münster. Ein wichtiger Schritt zum Verständnis des EHEC-Erregers ist den Wisschenschaftlern um Prof. Dr. Dr. h.c. Helge Karch von der Universität Münster gelungen. In der seit Donnerstag verfügbaren Online-Ausgabe des weltweit führenden Publikationsorgans in der Infektionsforschung „Lancet Infectious Diseases“ berichten die EHEC-Forscher über ihre Forschungsergebnisse. Sie haben seit dem 23. Mai 80 Patienten aus 17 Städten untersucht, die von EHEC betroffen waren. Die Studie sei ein wichtiger Schritt zum Verständnis des Erregers, so Karch in einer Pressemitteilung der Universität. Nun gelte es aber, noch viele weitere Fragen zu beantworten, um das aggressive Verhalten des aktuellen Ausbruchsstamms zu erklären. Karch: „Ist es nur die Kombination der krankheitsauslösenden Faktoren, die ihn so aggressiv macht? Ungeklärt bleibt aktuell auch noch die Frage nach der Infektionsdosis, das heißt, wie viele Erreger waren auf oder in den Sprossen? Und ist dieser Erreger, der nahezu aus dem Nichts kam, auf eine Humanpopulation gestoßen, die keinen Immunschutz aufweist, weil es zuvor noch keinen Kontakt des Menschen mit dem gleichen Erreger gab? In welchem Biotop hat er überlebt, wenn er nicht im Menschen ist?“ Diese Fragen gilt es laut Karch zukünftig zu beantworten, um Strategien zu entwickeln und Wege zu finden, wie der Erreger langfristig und nachhaltig nicht nur bekämpft, sondern letztendlich vollständig eliminiert werden kann.“ Bei der Studie handelt es sich laut Pressemittelung der Universitätsklinik um eine Arbeit des Instituts für Hygiene und des Instituts für Medizinische Mikrobiologie an der Universität Münster sowie des Nationalen Referenzzentrums für Salmonellen und andere enteritische Pathogene am Robert Koch Institut. Zunächst wurde bei der Untersuchung die genetische Verwandtschaft zu dem HUSEC041-Referenzstamm aus dem Jahre 2001 ermittelt, heißt es. Anschließend erfolgte die Bestimmung der potentiellen Virulenzfaktoren. Weiterhin wurde die zellschädigende Wirkung aller 80 isolierten Erreger auf Nierenzellen und deren Interaktion mit Darmzellen analysiert. Prof. Karch: „Die Ergebnisse zeigen, dass alle Isolate demselben Sequenztyp (ST) 678 zugeordnet werden können. Innerhalb der HUSEC-Kollektion und bei anderen EHEC ist dieser Sequenztyp bislang einmalig gewesen. Er wurde von uns erstmalig 2008 für den Referenzstamm des HUSEC041-Klons veröffentlicht. Danach ist er nicht mehr in Erscheinung getreten. Völlig unerwartet taucht er jetzt in unserer Studie 80 mal in Folge bei Patientenisolaten auf.“ Alle Ausbruchsstämme besitzen ein Repertoire von 13 Genen, heißt es. Neben einem für EHEC typischen Gen seien Gene nachgewiesen, die für die wässrig-blutigen Durchfälle und den damit einhergehenden Elektrolytverlust verantwortlich sind. Dazu gehören laut der Universität Münster beispielsweise ein für Shigella-Bakterien (altbekannte Durchfallerreger) typisches Enterotoxin und ein schleimauflösendes Enzym.

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