Heisstraße

Mi., 17.08.2011

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Ursachenforschung hält an - Stadt will sich mit Verwarnungsgeldern zurückhalten

So sah die Heisstraße im Jahre 2003 aus. Das Foto lässt nicht vermuten, dass es hier Platzprobleme für Feuerwehr und Müllabfuhr gab. (Foto: privat)

Münster - Noch weiß niemand wirklich, woran es liegt, dass es in der Heisstraße plötzlich ein Platzproblem gibt. Aber die Anwohner sollen nicht darunter leiden, meint Norbert Vechtel, Leiter der Straßenverkehrsbehörde. Die Stadt werde sich mit Knöllchen jedenfalls zurückhalten - und die, die möglicherweise schon eines erhalten haben, können sich bei der Bußgeldstelle melden: „Wir werden das Verfahren einstellen.“ Die Heis­straße war zu einem „heißen Thema“ geworden, weil Feuerwehr und Abfallwirtschaftsbetriebe nach der Erneuerung der Straße plötzlich über Durchfahrtsprobleme klagten - so dass die Stadt sich genötigt sah, durch „aufgesatteltes Parken“ (zwei Räder auf dem Bürgersteig) mehr Platz auf der Fahrbahn zu schaffen. Bei einigen Anwohnern hält sich hartnäckig die Vermutung, die Straße sei vor der Erneuerung breiter gewesen. Und ein jetzt aufgetauchtes Foto aus dem Jahre 2003 scheint diese Vermutung zu bestätigen. Das Foto - seinerzeit von einem Hubwagen aus gemacht - zeigt parkende Autos an beiden Straßenseiten. Und in der Mitte genügend Platz für die Durchfahrt von Müll- und Feuerwehr-Fahrzeugen.

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Aber die Aktenlage im Tiefbauamt gibt solche Veränderungen nicht her. Die Bestandsaufnahme aus dem Jahre 2009 und die aktuellen Baupläne zeigen von Bordsteinkante zu Bordsteinkante eine Breite von 6,50 Meter - die sich auch vor Ort mit dem Zollstock nachmessen lässt. Tiefbauamtsleiter Michael Grimm („Wir haben natürlich alles noch mal kontrolliert“) räumt zwar ein, dass es im nördlichen Bereich zwei Stellen gebe, wo die Straße fünf bzw. acht Zentimeter schmaler geworden sei, aber auf der übrigen Strecke liege die Abweichung allenfalls im Ein-Zentimeter-Bereich. Warum Feuerwehr und Müllabfuhr gleichwohl über fehlende Durchfahrtsbreiten klagen - das ist Grimm ein Rätsel. Es könnte, mutmaßt er, an höheren Bordsteinkanten liegen - die die Autofahrer veranlassen, etwas mehr Abstand vom Straßenrand zu halten. Warum höhere Bordsteine eingebaut wurden? Grimm: „Das ist heute das Normmaß.“ Vielleicht spielt auch der Rinnstein eine Rolle. Denn früher gab es in der Heisstraße nur einen Rinnstein, jetzt liegen dort zwei - „um einen besseren Abfluss zu gewährleisten“, wie es heißt. Insofern sei die Asphaltfläche in der Straße natürlich ein bisschen schmaler geworden - der Abstand zwischen den Bordsteinkanten sei aber eben unverändert. Das Durchfahrtsproblem durch aufgesatteltes Parken zu beseitigen, hält Vechtel für „eine gute Lösung“. Wer das „Angebot“ nicht nutze, müsse aber nicht allein deshalb mit Verwarnungsgeldern rechnen - „wenn die allgemeinen Regeln des Straßenverkehrs beachtet werden“. Soll heißen: Müll- und Rettungsfahrzeuge müssen die Straße befahren können, Bürgersteige dürfen nicht blockiert werden - das, so Vechtel, sei ja auch im Interesse der Anwohner.


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