Kasernen-Standort Münster bleibt erhalten

Mi., 26.10.2011

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510 Dienstposten fallen weg

Auch das gesamte Kreiswehrersatzamt wird geschlossen. (Foto: Matthias Ahlke)

Münsterland - Nach Informationen unserer Zeitung hat Verteidigungsminister de Maiziere verkündet, dass in Münster von 1300 Dienstposten 790 übrig bleiben. Aufgelöst werden danach - wie berichtet - die Unteroffziersheeresschule in Münster-Handorf, das Feldjägerbataillon sowie das gesamte Kreiswehrersatzamt. Der Stadtverwaltung zufolge ist der Kasernen-Standort Münster noch mit einem blauen Auge davon gekommen. "Es hätte für den Bundeswehr-Standort Münster noch schlimmer kommen können, manche Gerüchte wollten sogar von einer Schließung der kompletten Lützow-Kaserne im Stadtteil Handorf wissen", hieß es am Mittwoch in einer Pressemitteilung. "Dennoch ist die Entscheidung des Verteidigungsministeriums, die Zahl der Dienstposten von derzeit 1300 auf künftig noch 790 zu reduzieren, ein großer Einschnitt für die betroffenen Soldaten und Zivilbeschäftigten der Bundeswehr und ein Verlust für die Stadt und nicht zuletzt die Wirtschaft", sagte Oberbürgermeister Markus Lewe laut Pressemitteilung. "Ich bedaure diesen Beschluss des Ministeriums. Münster war und ist ein guter Gastgeber für die Bundeswehr, die Stadt bietet ausgezeichnete Standortqualitäten." Die Soldaten wurden um 11 Uhr offiziell aus Berlin informiert. Dass der Kasernen-Standort Münster zumindest teilweise erhalten bleiben würde, war insofern absehbar als dass der Bund erst kürzlich angekündigt hatte, in die Sanierung von Gebäuden der Lützow-Kaserne rund 40 Millionen Euro zu investieren. "Das konnte dahingehend interpretiert werden, dass der Kasernenstandort insgesamt nicht zur Disposition steht", so die Stadtverwaltung Münster. Beispielsweise wurde mittlerweile eine komplette neue Kläranlage gebaut. Die Stadt weist daraufhin, dass die Zahl der Dienstposten in der Lützow-Kaserne voraussichtlich um etwa 200 auf gut 300 sinken werde. In diesen Zahlen seien die Teilnehmer von Lehrgängen der bisherigen Unteroffizierschule und Besucher der zivilmilitärischen Aus- und Weiterbildung nicht mitgerechnet. Für Lehrgangsteilnehmer an der zivilmilitärischen Aus- und Weiterbildung werde die Kaserne auch künftig hunderte Plätze bieten. Nordrhein-Westfalen ist stark von den Standortschließungen betroffen. Insgesamt sollen 7000 Soldaten aus NRW abgezogen werden. Betroffen sind neben den Heeresfliegern in Rheine und Münster Stützpunkte in Augustdorf und in Recklinghausen. Die Standorte Ahlen und Warendorf sollen von den Kürzungen nicht betroffen sein. Im Zuge der Bundeswehrreform werden in den kommenden Jahren 31 Standorte geschlossen. Das teilte Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) am Mittwoch in Berlin mit. Hinzu kommen weitere 33 Standorte, die so reduziert werden, dass sie weniger als 15 Stellen haben und nicht mehr als Standorte gezählt werden. Damit werden künftig noch bundesweit 264 Standorte mit mehr als 15 Stellen erhalten. Von den Schließungen sind 10 der 16 Bundesländer betroffen. Von Standortschließungen verschont bleiben Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Saarland und Sachsen-Anhalt.

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