Kommentar
Mi., 26.10.2011
Bevölkerungs-Dünger
|
|
Münster wächst - und das beträchtlich. Dafür verantwortlich ist im Wesentlichen eine Zwangsmaßnahme, mit der schon viele Universitätsstädte ihre Bevölkerungsstatistik aufgehübscht haben: die Zweitwohnsitzsteuer. Sie beschert dem städtischen Haushalt zwar kein großes Plus und die über 11.000 „Neubürger“ in der Statistik werden der Stadt auch kein zusätzliches Geld vom Land einbringen. Vorteile bringt sie trotzdem.
So ist die Zahl der Münsteraner mit Zweitwohnsitz viel stärker geschrumpft als die der Personen mit Erstwohnsitz gestiegen ist. Dies zeigt: Es gab reichlich „Karteileichen“ in der Einwohner-Statistik - Menschen, die nicht dauerhaft in der Stadt leben und für die auch keine Infrastruktur vorgehalten werden muss. Die neue, bereinigte Bevölkerungszahl erlaubt so auch eine differenziertere Stadtplanung.
Münster wächst aber nicht nur durch die neue Steuer. Die Stadt gewinnt schon seit langem kontinuierlich an Bevölkerung: zwischen 1990 und 2010 rund 20.000 Menschen - mit Hauptwohnsitz.