Kleiner Klick, große Wirkung

Sa., 05.11.2011

  • Derzeit 5 von 5 Sternen.

Artikelbewertung

Fahrradhelme sind wichtig / Doch viele Erwachsene gehen nicht mit gutem Beispiel voran

Die Radhelm-Pflicht stößt auch im Münsterland auf ein geteiltes Echo. Vielen ist der Helm einfach zu unbequem. Foto: (Jürgen Peperhowe)

Münster - 

Oft sind es die einfachen Dinge, die Menschen davon abhalten, einen Fahrradhelm zu tragen. Er klemmt, er sieht nicht gut aus. Und wohin legt man ihn, wenn man am Ziel ist? Wer diese Probleme löst und den Menschen vermittelt, wie wichtig ein Helm ist, kann auch auf freiwilliger Basis die Quote der Helmträger erhöhen. Doch das dauert den Politikern zu lange. Wohl auch deshalb droht Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer jetzt mit der Helmpflicht.


Grundsätzlich haben die Deutschen Verständnis für diesen Plan: Im Westen befürworten laut einer Emnid-Umfrage 64 Prozent eine Helmpflicht, im Osten sind es gar 88 Prozent. Während sich 65 Prozent der Männer für Ramsauers Plan erwärmen können, begrüßen ihn 71 Prozent der Frauen. Nur die Schüler zeigen sich mit 40 Prozent uneinsichtig.

Google-Anzeigen
Wer seine Kinder überzeugen möchte, Helme zu tragen, dem bleibt nach den Worten von Siegfried Neuberger, Geschäftsführer des Zweirad-Industrie-Verbandes, nichts anders übrig, als Vorbild zu sein: „Der muss selbst mit gutem Beispiel vorangehen.“ Dabei gebe es durchaus schicke Helme, nur: Gerade „Jugendliche scheinen sehr zurückhaltend zu sein, um es vorsichtig auszudrücken.“
Was im Sport Standard sei, ist im Alltag noch nicht gelungen: „Die Quote zu erhöhen.“ Anders als etwas auf den Skipisten. Dort sei der Helm seit dem Unfall des ehemaligen Thüringer Ministerpräsidenten Dieter Althaus von gefühlten 20 auf 100 Prozent gestiegen.
Experten der Universitätskliniken Münster stellten dagegen fest, dass bei eingelieferten Radfahrern nur etwas über sechs Prozent einen Helm getragen hätten. Dabei erlitt rund jeder vierte der Verunglückten eine Kopfverletzung. „In letzter Zeit hat sich die Quote etwas verbessert“, so Chirurg Christian Juhra. Generell fehle es weiter an der Einsicht, dass nur Knautschzonen Verletzungen verhinderten.
Auch für sicherheitsbewusste Radfahrer, die keinen Helm tragen wollen, gibt es einen Ausweg: Eine schwedische Firma entwickelte einen speziellen Airbag. Den trägt man wie einen Schal. Kostenpunkt 350 Euro.


Wie bewerten Sie diesen Artikel?

Vielen Dank für Ihre Bewertung.

Nur eine Abstimmung möglich!

Ihre Bewertung wurde geändert.

  • Derzeit 5 von 5 Sternen.
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Bewertung: 5/5

1 Stern = überhaupt nicht gut; 5 Sterne = hervorragend

Mehr zum Thema

Artikel



 

WN-Markt Anzeigen

Schnäppchen, Reisen und Bekanntschaften in Ihrer Nähe

WN-Aktionen

Immer mehr drin
Exklusive Angebote für WN-Kunden - wie funktioniert das? mehr...
Anzeige