Fr., 16.12.2011

Der XXL-Knochenbrecher Pferdeflüsterer Tamme Hanken renkt auf dem Hof Nonte nicht nur tierische Gelenke ein

Der XXL-Knochenbrecher : Pferdeflüsterer Tamme Hanken renkt auf dem Hof Nonte nicht nur tierische Gelenke ein

Tamme Hanken ist nicht zimperlich, wenn es gilt, ein Pferd einzurenken. Stute Tina bleibt bemerkenswert ruhig. Foto: Matthias Ahlke

Münster - 

Tina guckt ganz schön sparsam. Was will der dicke Typ von mir? Erst schnappt er sich den Unterschenkel und hebt ihn an. Das ist nichts Besonderes, das macht der Hufschmied auch. Doch dann greift er das Bein und zieht mit der ganzen Kraft seiner imposanten Leibesfülle daran. Da möchte man nicht Hüftgelenk sein.

Tina ist völlig verdattert. Und zeigt am Ende der Behandlung eine Garstigkeit, die ihre Besitzerin gar nicht an ihr kennt. Doch sonst? „Sie geht viel lockerer als vorher“, meint Alex Nonte tapfer. Tina, die 11-jährige Oldenburger Stute, ist vor Jahren von einer Zecke gebissen worden. Eine Borreliose war die Folge, eine fiese Nervenkrankheit. Seitdem blieb Tina ein wenig steif in der Hüfte. Und die Tierärzte sagten, da könne man nicht viel machen, nur behutsam mobilisieren.

Also dachte sich Alex Nonte, warum nicht mal den XXL-Ostfriesen ausprobieren? Den aus Funk und Fernsehen berühmten Pferdeflüsterer Tamme Hanken aus Filsum im Kreis Leer, der sich selbst scherzhaft als Knochenbrecher bezeichnet. Auf seinem Hof pflegt der rüstige 2,06-Meter-Mann Pferden und Hunden die Knochen einzurenken – und was sonst noch geradegebogen werden muss. Der kommt auf Anfrage auch nach Münster, wenn genug tierische Patienten zusammenkommen. Auf dem Pferdehof Nonte in Handorf finden sich deshalb drei kranke Pferde ein und warten geduldig auf den Meister.

Als er eintrifft („Moin!“) ist das Eis sofort gebrochen. Tamme Hanken kommt so herzhaft rüber wie im NDR, ist freundlich gegen jedermann und duzt alle. Versteht sich, dass so einer kein Blatt vor den Mund nimmt, wenn er die Diagnose stellt. Erst schaut er sich die Pferde ruhig an, begutachtet ihren Gang und wirft einen Blick aufs Gebiss. Dann sagt er seine Meinung.

Zum Beispiel wenn der Sattel nicht passt: „Entweder du änderst den Sattel, oder es wird schlimmer.“ Oder wenn der Hufschmied nachlässig war: „Da ist eine Fehlstellung.“ Überhaupt rät er allen Pferdefreunden im Umgang mit Tierärzten oder Schmieden ruhig etwas kritischer zu werden und sich mehr einzumischen.

In erster Linie mischt er sich selber ein, dreht, zieht, drückt und massiert. Nicht nur die Pferde. „Dein Pferd geht schief?“, fragt er eine Reiterin. „Kein Wunder, du gehst ja auch schief.“ Und dann greift er der Frau in den Nacken („schön locker lassen!“) und lässt die Muskeln spielen. Die Umstehenden – Reiter, Nachbarn und ein gutes Dutzend Tamme-Hanken-Touristen – zucken nervös zusammen. Das muss doch weh tun! Aber die solcherart Behandelte guckt anschließend eher angenehm überrascht.

Tamme Hanken ist nicht ganz billig. Aber das seien die Tierärzte auch nicht, meint Alex Nonte. Außerdem sind die nur selten so unterhaltsam. Für Tina hat der XXL-Ostfriese jedenfalls etliche gute Ratschläge parat. Denn „wenn man nichts tut, kommt’s wieder.“

Videonachrichten vonWN-TV auf www.wn.de/wntv

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