Fr., 02.12.2011

Ein fast echter Tatort Krimi-Lesung in Münsters Polizeipräsidium zwischen Fiktion und Wirklichkeit

Münster - 

Sandra Lüpkes, Adam Riese, Ralf Kramp und Moderator Jürgen „Wilsberg“ Kehrer – allesamt renom

mierte Krimi-Autoren – konnten endlich mal am passenden Ort meucheln. Die lokalen Schriftsteller der westfälischen Krimi-Hauptstadt ermittelten auf Einladung des münsterischen Polizeipräsidenten Hubert Wimber in alle Richtungen und rezitierten erstmals dort, wo ganze Kapitel ihrer Geschichten ja auch spielen: im Polizeipräsidium von Münster. 120 Zuschauer saßen dabei im Publikum, ein paar mussten sogar stehen. Ausverkauft! Das meldet die Polizei auch nicht alle Tage.

Schließlich gab es wahrlich sehr kurzweilige Unterhaltung bei der Lesung der drei Autoren, die für einige herzhafte Lacher sorgte. Adam Rieses Retrospektive mit biografischen Reminiszenzen führte beispielsweise in die 80er Jahre, in den Musik-Club Odeon und zur Punk-Kultband „ÄnixVäx“, deren Sänger er ja mal war. Riese hatte alles wunderbar durchsichtig verschleiert. Der Polizeipräsident von Münster heißt bei ihm Herbert, sein Abi hat er im Buch auf dem Goethe-Gymnasium gebaut (das im wahren Leben das Schiller-Gymnasium ist).

Doch auch die Polizei ließ sich alles andere als lumpen und steuerte ihr Scherflein zu einem ebenso unterhaltsamen wie lehrreichen Abend bei.

Hubert Wimber bekannte beim Abgleich von Fiktion und Realität: „Ja, ich lese Krimis. Und wundere mich oft, warum der Staatsanwalt eigentlich meinen Job macht und Polizisten suspendiert. Und dass alles nach 90 Minuten immer so wunderbar und einfach aufgeht.“ Doch es ging ja vornehmlich um Fiktion und Unterhaltung.

Die Polizei ergriff die Gelegenheit beim Schopf und ging auf Tuchfühlung, im wahren Wortsinne. Die im Krimi oftmals so bieder dargestellten Polizeibeamten zeigten, wie wirklich gear­beitet wird und hatten eigens einen echten Tatort im Foyer installiert. Na ja, einen fast echten. Mit Leiche, Pistole und Patronenhülse. Jochen Wirz vom Erkennungsdienst der münsterischen Polizei moderierte den Mord fach- und sachkundig im Dialog mit dem Publikum. Und im Hintergrund sicherten zwei Kollegen im weißen Overall und mit Mundschutz mögliche Spuren an der gemeuchelten Schaufensterpuppe. Wer der Mörder war? Die Ermittlungen laufen noch auf Hochtouren ...

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