Ausstellung zu Straßennamen soll helfen
Do., 26.01.2012
Warum der Hindenburgplatz umbenannt werden sollte
Blick auf den Hindenburgplatz.
Münster -
Seit Wochen gibt es Diskussionen um eine mögliche Umbenennung des Hindenburgplatzes. Eine neue Ausstellung dokumentiert, warum eine Kommission unter dem Vorsitz des Oberbürgermeisters für die Umbenennung von acht Straßen plädiert.
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Münster - Der Stadtrat ist für Hindenburg. Lang anhaltender Beifall begleitet die Entscheidung, den „vorbildlichen Vaterlandsfreund“ mit der Benennung des größten Platzes in der Innenstadt zu ehren. Das war im Oktober 1927.
Heute, fast 85 Jahre später, scheint der Stadtrat eher gegen Hindenburg zu sein. Weil aber eine Mehrheit der Bevölkerung die Umbenennung des Hindenburgplatzes ablehnt, soll es die Ausstellung „Ehre, wem Ehre gebührt“ richten. Sie wurde am Mittwochabend in der Bürgerhalle des Rathauses eröffnet – und sie dokumentiert, warum eine Kommission unter dem Vorsitz des Oberbürgermeisters für die Umbenennung von acht Straßen plädiert.
Acht Pappkameraden stehen in der Halle, lebensgroß und mit sorgsam gezeichnetem Gesicht: von Agnes Miegel bis Paul von Hindenburg. Auf der Vorderseite steht, wer sie waren. Auf der Rückseite steht, warum sie die Ehre eines münsterischen Straßennamens wohl nicht mehr verdienen. Jeder von ihnen war mehr oder weniger deutlich mit den Nazis verbandelt. Das ist sehr anschaulich, aber naturgemäß einseitig. Es geht ums Contra. Ob es ein Pro gibt, wird nicht erwähnt.
In einer kämpferischen Rede im übervollen Rathausfestsaal verteidigt Oberbürgermeister Markus Lewe seine Haltung zum Hindenburgplatz: „Hindenburg kann kein politisches Vorbild sein. Und ihm gebührt deshalb keine öffentliche Ehrung.“ Das so anschaulich präsentierte Votum der Kommission lasse sich nicht ignorieren; wer dagegen sei, müsse dies nun begründen.
Prof. Dr. Hans-Ulrich Thamer eröffnet die Ausstellung mit einem Vortrag über die Bedeutung von Straßennamen: Hindenburg sollte 1927 gerade wegen seiner Vorbildfunktion geehrt werden, betont der Historiker. Doch Geschichtssbilder unterliegen dem Wandel: Inzwischen könne kein Zweifel mehr bestehen, dass Hindenburg im Bündnis mit Hitler die „autoritäre Verformung“ Deutschlands anstrebte.
Standort
Hindenburgplatz, Münster|
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