Der Countdown läuft

Mo., 23.01.2012

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Hindenburgplatz: Der Countdown läuft

Der Countdown läuft : Hindenburgplatz: Der Countdown läuft

Die Professoren Hans-Ulrich Thamer (l.) und Alfons Kenkmann (3.v.l.) mit Dezernentin Dr. Andrea Hanke und OB Markus Lewe. Foto: ah

Münster - 

Die Diskussion um die Umbenennung des Hindenburgplatzes tritt in ihre entscheidende Phase. Ab Donnerstag (26. Januar) erhalten 5250 zufällig ausgewählte Bürger einen Fragebogen, in dem sie zur „Ehrung von Personen durch Straßennamen“ befragt werden. Bereits am Mittwoch (25. Januar) wird im Rathaus die Ausstellung „Ehre, wem Ehre gebührt?!“ eröffnet, die elf der umstrittensten Straßennamen-Paten der Stadt porträtiert. Im Mittelpunkt: der frühere Reichspräsident Paul von Hindenburg, der nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen „eine wichtige Stütze des Nazi-Regimes“ war. Und ebenfalls an diesem Mittwoch findet die erste von drei hochkarätig besetzten Diskussionsveranstaltungen statt.


„Jede Generation darf entscheiden, wen sie mit einem Straßennamen ehrt. Hindenburg gehört nicht dazu“, stellte Oberbürgermeister Markus Lewe gestern erneut klar. Bei der für den 21. März (17 Uhr) terminierten Abstimmung sei es für die Ratsherren „ein Gebot der politischen Klugheit und eine Frage der Selbstachtung“, die Argumente der mit Experten besetzten Historikerkommission zu beachten. Diese hatte sich im vergangenen Jahr für die Umbenennung des Hindenburgplatzes ausgesprochen. „Wer anderer Ansicht ist, muss dies begründen können“, so Lewe.

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In der Ausstellung „Ehre, wem Ehre gebührt?!“ sind auf elf lebensgroßen Aufstellern biografische Informationen und Originalzitate der umstrittenen Namenspaten nachzulesen. Unter den zeitgenössischen Dokumenten befindet sich auch ein 1933 gedrucktes Plakat, mit dem zum Boykott jüdischer Geschäfte und Warenhäuser aufgerufen wurde. Unterzeichner: Adolf Hitler – und der damalige Reichspräsident Hindenburg.

Daneben informiert die Ausstellung über die Namensgeber Karl Wilhelm Jötten, Hans Pfitzner, Ludwig Humborg, Franz Ludwig, Hermann Stehr, Friedrich Castelle, Karl Wagenfeld, Heinrich Lersch, Agnes Miegel und Alfred Stühmer. Die Kommission hatte empfohlen, die Namen der nach ihnen benannten Straßen (mit Ausnahme des Stühmerweges) zu ändern bzw. beizubehalten, aber am Straßenschild eine Erläuterungstafel anzubringen (Heinrich-Lersch-Weg, Humborgweg).

Bei der repräsentativen Umfrage „Münster-Barometer“ im Auftrag unserer Zeitung hatten sich im vergangenen September 75,4 Prozent gegen eine Umbenennung des Hindenburgplatzes ausgesprochen. Sollte die in dieser Woche startende Bürgerumfrage eine ähnliche Tendenz ergeben, werde es dennoch beim Abstimmungsdatum 21. März bleiben, stellte der Oberbürgermeister klar. „Die Debatte endlos weiter zu führen, würde der Stadt nicht gut tun.“ Ob dann auch über einen möglichen neuen Namen abgestimmt wird, stehe noch nicht fest.

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