Geplante Begrenzung der Flächengröße

So., 22.01.2012

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Es brodelt bei der Außengastronomie

Geplante Begrenzung der Flächengröße : Es brodelt bei der Außengastronomie

„Lavazza“-Inhaber Rachid Abeltah. Foto: els

Münster - 

Münster - Mit der Beschlussvorlage zur Neuorientierung der Außengastronomie in der Innenstadt scheint sich die Verwaltung der Stadt Münster auf ein heißes Pflaster begeben zu haben. Es brodelt heftig, und zwar nicht nur innerhalb der Parteien, sondern vor allem bei den betroffenen Gastronomen. Nachdem beschlossen wurde, diese recht kurzfristig in Angriff genommene Vorlage, die zum 1. April in Kraft treten soll, aufzuschieben, beginnen die Gespräche mit den Beteiligten.

Von Daniela Elsner

SPD-Ratsherr Thomas Marquardt und auch FDP-Vertreter setzten dafür dort an, wo die Stadt laut Vorlage erheblichen Handlungsbedarf sieht – sie besuchten das Café „Lavazza“ an der Dominikanerkirche. Dort, so heißt es in der Vorlage, dominiere die Außengastronomie den öffentlichen Raum so stark, dass eine Neuordnung erforderlich sei. Was das für die Gastronomie am Platz bedeutet, machte Inhaber Rachid Abeltah deutlich.

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Rund 50 Tische stellt das „Lavazza“ im Sommer auf den belebten Platz, um ihn – ganz im Sinne des Stadtmarketings – zu einem Ort der Begegnung zu machen. Liebevoll mit Palmen dekoriert, werden dort rund 120 Quadratmetern an lauen Sommertagen zu einer Art „italienischer Piazza“.

Mit Inkrafttreten der geplanten „Begrenzung der Flächengröße der Außengastronomie auf die der Innenfläche“ müsste das „Lavazza“ seine Tischzahl im Außenbereich auf sechs reduzieren – von einer „kleinen Einschränkung von Fehlentwicklungen“, wie Marlies Voss vom Planungsamt das Vorhaben u. a. beschrieben hat, kann in diesem Fall wohl keine Rede mehr sein. „Dann sind wir ruiniert“, beklagt sich Abelthah. Auch Marquardt steht der Vorlage gerade in solchen Fällen kritisch gegenüber: „Solange Liefer- und Räumfahrzeuge hier durchkommen und auch ältere Mitbürger, Menschen mit Behinderung sowie Mütter mit Kinderwagen problemlos passieren können, sehe ich keinen Grund, den Bestandsschutz der Gastronomen zunichte zu machen und sie in ihren Rechten zu beschneiden,“ erklärt er.

Die Vorschrift, dass „Außenbereiche nicht größer als der Innenraum sein dürfen“, sei kleinkariert, findet die FDP-Fraktionschefin Carola Möllemann-Appelhoff nach ihrem Vor-Ort-Termin.

Rachid Abeltah jedenfalls ist enttäuscht von einer Stadt, die auf Plakaten ja sogar mit florierender Außengastronomie wirbt. Inwieweit sich die Verwaltung am Ende auf die Diskussion einlässt, ist nicht zuletzt vom Echo der Bürger abhängig. Die CDU lädt am 30. Januar um 19.30 Uhr zu einer Bürgerversammlung ins Stadtweinhaus ein.


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