Schmähangriff im Internet
Ratgeber für Eltern und Lehrer nimmt den Kampf gegen das Cybermobbing auf

Münster -

Mobbing im Internet ist nicht die Ausnahme – sondern mittlerweile offenbar die Regel: Jeder dritte Jugendliche zwischen 14 und 19 Jahren ist schon einmal im Netz beschimpft, bedroht oder mit kompromittierenden Fotos oder Gerüchten bloßgestellt worden, hat eine Studie der Universität Münster ergeben. Mehr noch: „Selbst 15 bis 25 Prozent der Fünft- und Sechstklässler haben bereits Erfahrungen mit Cybermobbing gemacht“, berichtet Dr. Stephanie Pieschl vom Institut für Psychologie.

Donnerstag, 19.01.2012, 11:01 Uhr

Schmähangriff im Internet : Ratgeber für Eltern und Lehrer nimmt den Kampf gegen das Cybermobbing auf
Wenn Surfen zum Horror wird: Etwa jeder dritte Jugendliche ist schon einmal Opfer von Cybermobbing-Angriffen geworden, hat die Uni Münster herausgefunden. Foto: Colourbox

Da Eltern und Lehrer nicht selten hilflos dastehen, wenn Kinder und Schüler von Angriffen und Schmähungen im Netz berichten, hat Pieschl mit ihrem Kollegen Dr. Torsten Porsch jetzt den Ratgeber „Schluss mit Cybermobbing !“ auf den Markt gebracht. Der Band bietet nicht nur einen Überblick über die Entwicklung dieses Phänomens, sondern auch praktische Übungen zur Prävention.

Erwartungen, dass das Buch das Ende des Cybermobbings einläuten könnte, bremst die Autorin allerdings: „Es gibt keine idealen Lösungen“, so Pieschl – zu groß seien die Unterschiede zwischen Cyber- und realem Mobbing , zu vielfältig die Möglichkeiten, im Netz anderen Menschen Schaden zuzufügen.

Die Psychologin appelliert an junge Opfer, nach Cyber-Angriffen auf keinen Fall zurückzumobben – „das ist die falsche Strategie, damit schaukelt sich alles nur noch weiter hoch“. Stattdessen sollten sie umgehend Beweise sichern, also Schmähungen ausdrucken oder als Screenshot speichern. Als nächsten Schritt empfiehlt die Expertin Opfern, sich um eine Löschung der Schmähungen zu bemühen. Unternehmen wie SchülerVZ , YouTube oder Facebook hätten mittlerweile ein entsprechendes Beschwerdesystem entwickelt. „Manchmal dauert es etwas, bis sie reagieren – aber man sollte es auf jeden Fall versuchen.“

Werden im Internet ohne Zustimmung der Betroffenen deren Bilder veröffentlicht, dann handelt es sich laut Pieschl um eine Straftat. Hier empfehle sich der Gang zur Polizei, um das Recht am eigenen Bild durchzusetzen. Ist ein Ende der Mobbingangriffe nicht abzusehen, sei auch der Besuch einer schulpsychologischen Beratungsstelle denkbar, denn Mobbing im Netz kann Jugendlichen schwere seelische und sogar körperliche Schäden zufügen, haben Experten herausgefunden.

Torsten Porsch/Stefanie Pieschl: Schluss mit Cybermobbing!, Beltz Verlag, 26.95 Euro.

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