Abriss des Schützenhofbunkers

Mi., 08.02.2012

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Eigentümer zieht den Stecker

Abriss des Schützenhofbunkers : Eigentümer zieht den Stecker

Proben hinter dicken Mauern: Für viele münsterische Bands sind die Probenräume im alten Schützenhofbunker ideal. Ende März droht den Musikern das Aus. David Ezin, Piet Pieber und Lukas Heiden (v.l.) von „Feed the Ghost“ gehören zu den Betroffenen. Foto: kit

Münster - 

Der alte Schützenhofbunker an der Hammer Straße soll abgerissen werden. Damit würden viele münsterische Bands einen beliebten Probenraum verlieren.

Von Rebecca Kittel

Tiefe Bässe und ein lauter Beat dringen durch die Flure des Schützenhofbunkers. Hinter den Türen proben Münsters Bands ihre aktuellen Lieder. Der alte Schützenhofbunker aus dem Zweiten Weltkrieg dient derzeit rund 25 Musikgruppen aus Münster als Probenraum. Mit bis zu fünf Bands teilen sich die jungen Musiker die zehn Übungsräume im Erdgeschoss. Doch nicht mehr lange. Die Studenten, die die Räume zum Proben gemietet haben, müssen sie bis zum 31. März „geräumt und besenrein“ an ihren Vermieter übergeben haben.

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Vermieter ist die Kulturelle Interessengemeinschaft (KIG) aus Herne. Sie hat den Bunker allerdings nur angemietet. Eigentümer ist die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, und die will den alten Bunker jetzt für 650 000 Euro verkaufen, damit hier Wohnraum geschaffen werden kann.

Für die Musiker war es ein Schock, als sie am 29. Januar ihre Probenräume aufsuchten und an den Türen Zettel vorfanden, auf denen ihre Kündigung stand. „Zwei Monate, um einen neuen Probenraum zu finden, sind eine verdammt kurze Zeit, vor allem in Münster, wo der Wohnraum ja schon so knapp ist“, berichtet David Ezin von der Band „Feed the Ghost“. Am Dienstagabend fand ein spontanes Treffen der Mieter statt, um über das weitere Vorgehen und eine mögliche Lösung zu diskutieren. Für die meisten wird es wahrscheinlich zu einer monatelangen Probenpause kommen, wenn der Bunker wirklich abgerissen wird. Die Aussicht, einen Raum mit den gleichen Voraussetzungen wie dem jetzigen zu finden, sei gering, hieß es am Dienstag. „Wir können hier die ganze Nacht über spielen und stören aufgrund der dicken Mauern niemanden. Strom ist ebenfalls immer vorhanden“, so Ezin weiter.

Die Musiker hoffen auf Unterstützung durch die Stadt. Hoffen, dass die Stadt ihnen hilft, Ausweichmöglichkeiten zu finden. „Den nächsten Probenraum habe ich in Dülmen gefunden, und das ist definitiv zu weit“, erklärt Christopher Müller von den Gruppe „Your Chaos“.

Die Studenten haben angefangen, eine Online-Petition auf die Beine zu stellen. Noch geben sie die Hoffnung nicht auf. Sie wollen sich weiter gegen den Verkauf des Bunkers zur Wehr setzen.


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