Am Sonntag ist Presbyteriumswahl

So., 05.02.2012

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„Kirche macht Freude“

Am Sonntag ist Presbyteriumswahl  : „Kirche macht Freude“

Helga Gerhard engagiert sich in der Kirchenpolitik. 20 Jahre war sie im Presbyterium der Apostel-Gemeinde tätig. Da sie nicht mehr kandidiert, wird sie am Sonntag den Wahlausschuss in Apostel leiten. Foto: mm

Münster - 

Münster - Am Sonntag wählen die evangelischen Christen – im Kirchenkreis sind es 107.411 und in Münster 63.324 Gläubige – die Presbyterien. Was das Ehrenamt fordert, was es bewirkt und warum es wichtig ist, zur Urne zu gehen erläutert Helga Gerhard.

Von Maria Meik

Die pure Lust auf Kirche? Helga Gerhard legt sie an den Tag. 20 Jahre lang war sie mit Herzblut und Tatkraft Presbyterin in der Apostel-Gemeinde. Die 58-Jährige Öffentlichkeitsreferentin mit Fulltime-Job im Perthes-Werk ist Synodale im Kirchenkreis., zudem im Kreissynodalvorstand sowie in der Landessynode. Am Sonntag wählen die evangelischen Christen – im Kirchenkreis sind es 107 411 und in Münster 63 324 Gläubige – die Presbyterien. Was das Ehrenamt fordert, was es bewirkt und warum es wichtig ist, zur Urne zu gehen erläuterte Helga Gerhard im Gespräch mit Redakteurin Maria Meik.

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Warum hören Sie nach 20 Jahren als Presbyterin auf?

Gerhard: Es sollen Jüngere ran. Zudem habe ich persönliche Gründe. Meine Schwiegermama lebt in einem Seniorenheim. Es ist mir wichtig, Zeit für sie zu haben.

Was hat Sie an dem Ehrenamt gereizt?

Gerhard: Ich habe damals im Diakonissen-Mutterhaus gearbeitet. Die Apostelgemeinde habe ich als Heimat empfunden. Und der Konfirmandenunterricht meiner Tochter, die heute 40 Jahre alt ist, hat mich beeindruckt. Als sie aus dem Haus war, wollte ich mich für etwas engagieren, was Freude macht, an Veränderungen mitwirken, was sich am besten in leitenden Gremien machen lässt. Mir war es wichtig, Verantwortung fürs Gemeinwesen zu übernehmen. Meine christlichen Wurzeln waren der Ausschlag, sich in der Kirchenpolitik zu engagieren.

Was heißt eigentlich Presbyter?

Gerhard: Es bedeutet Kirchenältester. Schon in der Bibel wird beschrieben, dass jeder das machen soll, was ihm als Talent gegeben ist.

Und welches Talent haben Sie eingebracht?

Gerhard: Mein Schwerpunkt war die Öffentlichkeitsarbeit. Die Konfirmandengespräche haben mich begeistert und der in Münster konzipierte Dauerbrenner „Abends ins Theater – morgens in den Gottesdienst“. Gemeinsam mit den Pfarrern habe ich es mit organisiert, nachdem das Theater auf uns zugekommen war.

Was sollte ein Kandidat für das Amt mitbringen?

Gerhard: Leidenschaft und Engagement rund um die Fragen der Kirche.

Wie groß ist das Gremium und halten sich Frauen und Männer die Waage?

Gerhard: Das ist von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich. Acht Presbyter sind in Apostel mit 6300 Gemeindegliedern tätig – mit fünf Presbyterinnen sind die Frauen hier in der Überzahl.

Was sind die Aufgaben eines Presbyteriums?

Gerhard: Von Gemeindefesten bis hin zum Haushaltsplan ist alles dabei. Kreatives Arbeiten und Konzepte sind gefragt. Ziel ist, unterschiedliche Gruppen mit ihren unterschiedlichen Bedürfnissen zusammenzubekommen.

Wie oft kommt das Gremium zusammen?

Gerhard: Einmal im Monat. Interessant sind die verschiedenen Professionen, darunter ein Bauingenieur, eine Tierärztin und eine Sozialpädagogin, die verschiedene Aspekte einbringen. Man lernt viel. Es ist eine Win-Win-Situation.

Wie sieht es mit der Wahlbeteiligung aus und ab wann darf man zur Urne?

Gerhard: Die ist eher gering. Wer wählen geht, muss 16 sein.

Ist es mittlerweile schwieriger geworden, Kandidaten zu finden?

Gerhard: Ja, weil viele passive Kirchenmitglieder sind und Kirche nur zu bestimmten Zeiten wie Hochzeit oder Taufe brauchen. Sie fühlen sich zwar in der Kirche geborgen, möchten den Alltag aber nicht in der Kirche leben, weil sie in Beruf und Familie genug gefordert sind.

Warum ist es wichtig, zur Wahl zu gehen?

Gerhard: Weil es um Verantwortung, um eigene Interessen und ums Gemeinwohl geht. Warum also die Chance vertun mit Blick auf das Mitwirkungsrecht des Presbyteriums, das bis hin zur Landessynode reicht.


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