Die Stadt platzt aus allen Nähten

Mo., 20.02.2012

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Rosenmontagszug zieht durch Münster

Die Stadt platzt aus allen Nähten : Rosenmontagszug zieht durch Münster

Die Jecken säumen die Innenstadt. Foto: Matthias Ahlke

Münster - 

Buntes Narrentreiben in Münster: Etwa 90.000 Karnevalisten feierten dort am Rosenmontag friedlich rund um den Zug, teilte die Polizei am Montag mit. Als Banane, Mexikaner, Schäfchen oder Senftube verkleidet tummelten sich die Jecken in einer kunterbunten Menschenmenge.


Die Feierei ist allerdings auch einigen jungen Jecken gewaltig zu Kopf gestiegen. Sanitäter des Roten Kreuzes mussten sich auf Höhe der Akarden bereits um stark alkoholisierte Jugendliche kümmern. "Allein acht Betrunkene sind in den letzten 50 Minuten zu uns gekommen", sagte Dr. Christian Otte von der Raphaelsklinik am frühen Abend. Die meisten Mädchen und Jungen seien um die 20 Jahre alt. Insgesamt 15 stark Alkoholisierte hatte die Notfallambulanz bis 18 Uhr aufgenommen.

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Deutlich gesitteter, aber mit viel Schwung feierten Andrea Baumeister und ihre Freundinnen den Zug am Ludgerikreisel. "Ich nehme mir jedes Jahr an Rosenmontag frei, um dabei zu sein", sagt sie. Und am Tag darauf würde sie auch nie arbeiten - Erholung müsse schließlich sein. Ebenfalls am Kreisel wartete Petra Farwick mit Bekannten auf die Wagen. "Ich kenne inzwischen sehr viele Leute, die auf dem Zug mitfahren", freut sie sich auf das bunte Treiben in der Innenstadt.

90.000 Narren drängten sich bereits am Mittag in Richtung Schlosstheater. Die KG Narrenzunft vom Zwinger stellte die Wagen vor. "Mit der Nummer 110 begrüßen wir die Polizei", tönte es aus den Lautsprechern. Die Polizei eskortiert den Umzug.

Für die Karnevalisten war es am Morgen gar nicht so einfach, zum Startpunkt zu gelangen. Weil der derzeit gastierende Zirkus seine Wagen nicht weggeräumt hatte, mussten sich die Lenker der Karnevalswagen große Mühe geben, zum Startpunkt des Rosenmontagszuges am Hindenburgplatz zu gelangen.

80 Wagen, 18 Fußgruppen und 14 Spielmannszüge sind in der Stadt unterwegs. Gleich sieben Wagen beschäftigen sich mit der Euro-Krise. Die lokalen Themen drehen sich um Münster und das Weltkulturerbe, den Ausfall des Eurocityfestes, die Debatte um Straßennamen und das Kiepensterben in Gievenbeck. Der Rundweg durch die Innenstadt ist insgesamt 4,5 Kilometer lang.

Die Innenstadt platzt aus allen Nähten, in der Überwasserstraße feiern die Jecken wie üblich auf ihren Balkonen. Der Elferrat begrüßte die Jecken und gab den Startschuss für den Zug durch die City. Die Münsterischen Abfallbetriebe führen den Zug an und machten mit dem Lied "Hurra, hier kommt die Müllabfuhr" auf sich aufmerksam.

In der Stubengasse war es so voll, dass die Polizei beginnen musste, die Straßen teilweise zu räumen, um genug Platz für die durchziehenden Wagen zu schaffen. Gegen 16 Uhr löst sich der Zug dann am Hindenburgplatz auf.

Schon bevor sich der närrische Tross in Bewegung setzt, sind viele Straßen und Plätze für Autos tabu. Der Hindenburgplatz dient seit 8 Uhr als Aufstellfläche für die Karnevalswagen, dies gilt auch für die Überwasserstraße. Ab 9 Uhr kann man nicht mehr auf der Straße Hindenburgplatz fahren. Alle anderen Straßen, die an der Zugstrecke liegen, sind zwischen 11 und 18 Uhr gesperrt.

Die Karnevalisten auf den mehr als 100 Mottowagen machten sich etwa über die Euro-Krise lustig. Aber auch der Erfolg der Piratenpartei und der laut Maya-Kalender bevorstehende Weltuntergang wurden aufgespießt.


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Standort

Hindenburgplatz, Münster

 

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