Frauen-Notruf Münster warnt vor sexualisierter Gewalt im Internet

Di., 07.02.2012

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"Im Chat erst einmal misstrauisch sein"

Frauen-Notruf Münster warnt vor sexualisierter Gewalt im Internet : "Im Chat erst einmal misstrauisch sein"

Jugendliche sind technisch auf dem höchsten Stand. Foto: dpa

Münster - 60 Prozent von 100 befragten Mädchen aus dem Münsterland sind schon einmal beim Chatten sexuell belästigt worden. Und über die Hälfte der Mädchen sei zudem schon zu einem privaten Treffen mit einer Internetbekanntschaft eingeladen worden, gab der Frauen-Notruf Münster anlässlich des neunten europäischen "Safer Internet Day" bekannt. Zu den größten Gefahren für Mädchen und Jungen zählt das Internet-Grooming, bei dem Täter sich mit Jugendlichen verabreden, um sie zu missbrauchen.

Von Anne Koslowski

Die Leiterin der Beratungsstelle für Frauen und Mädchen sexualisierter Gewalt kennt die perfiden Wege sexueller Straftäter im Internet. "Es gibt typische Verläufe", sagt Gerlinde Gröger. Zuerst versuche der Täter das Vertrauen des Mädchens oder des Jungen mittels Cyber Grooming (zu deutsch: Internet-Streicheln) zu gewinnen. Dazu bedienen sie sich verschiedener Strategien: Bei der Modelmasche tut der Täter so, als wäre er auf der Suche nach Models, bei der Gute-Freundin-Masche wechselt er mitunter das Geschlecht und mimt die vertrauenswürdige Ansprechpartnerin und bei der Ältere-Freund-Masche gibt er den verständisvollen Erwachsenen.

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"Nach dem Vertrauensaufbau kommt die Überprüfung", so Gerlinde Gröger. Denn der Täter möchte sicher gehen, dass er nicht getäuscht wird. Es bitte an dieser Stelle um Daten wie eine Telefonnummer, Adresse oder ein Bild. Doch genau solche persönlichen Daten sollten Jugendliche niemals preisgeben. Das lernen sie in den Workshops Frauen-Notrufs Münster. Schließlich werden sie nach einem persönlichen Treffen gefragt. Das kann im schlimmsten Fall zu sexuellem Missbrauch und Vergewaltigung führen.

Um es nicht so weit kommen zu lassen, sollten sich Kinder nur in moderierten Chaträumen bewegen, sagt Diplompädagogin Gröger. "Gute Kinderchats sind immer moderiert", heißt es auf der Internetseite Klicksafe.de. Dort achten Betreuer auf gute Umgangsformen und verbannen Chatbesucher gegebenenfalls. Eltern können sich zudem an die Internet-Beschwerdestelle.de wenden oder Chat-Anbieter direkt ansprechen, wenn ihnen etwas auffällt.

Für junge Erwachsene gilt, "dass sie im Chat erstmal misstrauisch sein dürfen", sagt Gerlinde Gröger. Denn im anonymen Internet nehmen es viele nicht so genau mit der Wahrheit. Wer sich dennoch einmal in der realen Welt treffen möchte, sollte der Fachberaterin für Psychotraumatologie unbedingt in Begleitung gehen.

Der Frauen-Notruf bietet Workshops in Schulen und Beratung an unter Telefon 9251/34443 oder im Internet unter www.frauennotruf-muenster.de.


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