Gerichtstermin im März
Di., 07.02.2012
Entführter Elias offenbar an anderen Ort gebracht
Elias ist von seinem türkischen Vater entführt worden.
Münster -
Münster - Der in die Türkei entführte Elias scheint von seinem Vater an einen anderen Ort gebracht worden zu sein.
|
|
Wo ist Elias wirklich? Oberstaatsanwalt Heribert Beck kann darauf keine hundertprozentige Antwort geben. „Wir haben gehört, dass der Junge offensichtlich nicht mehr bei den Verwandten des Vaters in einem Vorort von Ankara lebt“, so der Sprecher der Staatsanwaltschaft Münster auf Anfrage.
Aber ob es stimme? „Ich weiß nur, dass ein Treffen zwischen der Mutter und ihrem Sohn, das es um den Jahreswechsel herum dort geben sollte, nicht stattgefunden hat.“ Recherchen vor Ort hätten wohl ergeben, dass der Junge offensichtlich von seinem Vater an einen anderen Ort untergebracht worden sei.
Gegen den Vater, der im August 2011 den damals Sechsjährigen in die Türkei entführt hat, gibt es einen Haftbefehl. Ausliefern müsse die Türkei den Mann aber nicht, erläutert der Jurist.
Es bleibe nun erst einmal abzuwarten, ob der Vater zum Verhandlungstermin Anfang März vor dem Amtsgericht erscheinen werde. Es habe wohl auch Gespräche mit der Staatsanwaltschaft in der Türkei gegeben, in denen der Mann angekündigt habe, er wolle das gerichtliche Verfahren dorthin verlagert haben. Mitangeklagt ist eine Frau aus Münster, die dem Taxifahrer den Ausweis ihres Sohnes zur Verfügung gestellt hatte, um Elias durch die Passkontrolle ins Flugzeug zu bekommen. Der Vorwurf der Anklage lautet auf „Beihilfe zur Kindesentziehung“.
