Kanalseitenweg seit drei Wochen gesperrt
Mi., 15.02.2012
Wolters bleibt abgeschnitten
„Durchgang verboten“: Der Kanalseitenweg ist nach wie vor gesperrt, weshalb der ein oder andere Partygänger schon am Bauzaun randaliert hat. Die Absperrungen sind inzwischen miteinander verschweißt worden, so dass man sie kaum zur Seite schieben kann.
Münster -
Der Kanalseitenweg ist schon seit drei Wochen gesperrt. Damit er wieder freigegeben werden kann, müsste viel Geld in die Hand genommen werden.
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Es sind nur gut 100 Meter, die der gesperrte Kanalseitenweg lang ist. Doch wenn man die dort angrenzenden Osmo-Hallen zumindest soweit wieder herrichten will, dass die kurze Verbindung zum „Wolters“ und zum „Escape“ frei gegeben werden kann, muss man voraussichtlich mehr als 100 000 Euro in die Hand nehmen. „Diese Summe ist schnell erreicht. Ich befürchte fast, das wird zu teuer“, sagt Gutachter Heinrich Bökamp.
Die Stadtverwaltung hatte die Ingenieurgesellschaft Thomas & Bökamp gebeten, die Fassaden an der Wasserseite noch einmal genauer zu betrachten, um durch kurzfristige Maßnahmen bei nicht zu hohen Kosten den Fußweg nicht länger sperren zu müssen. „Denn darüber ist niemand froh“, sagt Stadtdirektor Hartwig Schultheiß. In dieser Woche legt Bökamp das Ergebnis vor.
Über Nacht wurden die Osmo-Hallen wegen plötzlicher Einsturzgefahr gesperrt. Die beliebte Querverbindung zwischen dem Albersloher Weg und der Schillerstraße ist seit knapp drei Wochen eine Sackgasse. Niemand kann mehr über den Hafenweg durch die Hallen fahren oder über den Fußweg entlang der Wasserkante zwischen „Heaven“ und „Wolters“ gehen.
Vor allem die vom restlichen Hafentrubel abgeschnittenen gastronomischen Betriebe beklagen Umsatzeinbußen. „Sie sind zumeist von der Hafenseite aus angelaufen worden“, weiß Hans Riemann von der städtischen Bauaufsicht. „Die Sperrung ist natürlich unschön.“ Auch die Hafenvereine bemühen sich darum, dass spätestens bis zum Hafenfest im Juni – das nach dem Wegfall der Osmo-Hallen voraussichtlich mehr in Richtung Stadtwerkeplatz rücken wird – der Seitenweg wieder eine Flaniermeile ist.
Doch das wird nicht so einfach sein. Vier der insgesamt fünf Hallen am Kanalseitenweg sind marode, hat Gutachter Bökamp festgestellt. Bei zwei Hallen droht die Fassade einzustürzen. Noch größer ist die Sorge um die beiden anderen Hallen. Dort sind die tragenden Holzstützen morsch. „Wenn nur die Fassaden kaputt gewesen wären, hätten wir ganz gute Chancen. So aber befürchte ich, dass es teuer wird“, sagt Bökamp mit Blick auf die Kosten. Schultheiß glaubt, „dass es gefühlt kritisch wird, wenn die zu investierende Summe über 50 000 Euro liegt“. Zumal die politischen Gremien abwägen müssten, ob sie das Geld in ein Provisorium stecken. „Möglicherweise müssen wir auch auf diejenigen zugehen, die den Durchgang benötigen“, sagt Schultheiß.
Die Eigentümer werden kaum ein Interesse daran haben, dass der Fußweg wieder freigegeben wird. Die Hallen sind in der Obhut des Insolvenzverwalters Michael Mönig, Eigentümer des Grundstücks sind die Stadtwerke. Deren Sprecherin Petra Willing bestätigt, dass man gemeinsam mit der Stadt nach einer Lösung suche. Oberste Priorität habe allerdings die Verkehrssicherungspflicht angesichts der akuten Einsturzgefahr vieler Hallen. „Im Moment ist da nichts machbar“, sagt sie auch mit Blick auf den gesperrten Kanalseitenweg.