„Mit Googeln ist es nicht getan“
Fr., 03.02.2012
FAZ-Geschäftsführer Trevisan beschwört die Bedeutung von Qualitätszeitungen
Münster -
Münster - „Der Qualitätszeitung kommt auch heute noch eine einzigartige Aufgabe zu“, so Festredner Tobias Trevisan, Sprecher der Geschäftsführung der Frankfurter Allgemeinen Zeitung GmbH beim Kramermahl 2012.
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Nur den Tageszeitungen gelinge es, ihre Leser über die verschiedensten relevanten Themenbereiche in einer ansprechenden Tiefe zu informieren. Sie ermögliche es nach wie vor, ein breites Allgemeinwissen aufzubauen, das notwendig sei, um das komplexe Geschehen in einer zunehmend vernetzten Welt zu verstehen.
Radio und Fernsehen sind für den gebürtigen Schweizer Trevisan „flüchtige Medien“. Selbst das Internet habe es noch nicht geschafft, sich als meinungsbildendes Medium durchzusetzen. Dennoch bestehe für die Printmedien kein Anlass zur Freude. Auflagen gehen zurück, Erlöse stagnieren bei steigenden Kosten, Anzeichenkunden wechseln ins Netz. Hinzu komme, dass immer weniger junge Leute zur Tageszeitung greifen. Indes: „Wie wollen wir in Zukunft ein demokratisches System am Leben erhalten, wenn ein wachsender Teil der Bevölkerung aus mangelnder Kenntnis gar nicht mehr in der Lage sein wird, seinen bürgerlichen Pflichten nachzukommen?“
Leidtragender einer solchen Entwicklung könnte auch die Wirtschaft sein, die auf gute Fach- und Führungskräfte angewiesen sei. Es werde zum Problem, „wenn der Nachwuchs nicht mehr auf ein breites Wissen zurückgreifen kann, das heute das Lesen einer Tageszeitung vermittelt.“ Trevisan wörtlich: „Mit Googeln ist es leider nicht getan.“ Es bestehe dringender Handlungsbedarf – auf Seiten von Staat, Wirtschaft und Verlagen.
Letztere müssten weiterhin auf Qualität in der Berichterstattung setzen – auch im Internet. Nur so werden auch in Zukunft gelingen, wieder mehr junge Leser für die vertiefte Berichterstattung zu begeistern.
