Norbert Robers kennt Gauck gut – er hat seine Biografie geschrieben

Di., 21.02.2012

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„Gauck wird ein guter Präsident“

Norbert Robers kennt Gauck gut – er hat seine Biografie geschrieben : „Gauck wird ein guter Präsident“

Über den designierten Bundespräsidenten Joachim Gauck hat der Münsteraner Norbert Robers eine Biografie geschrieben. Zur Frage, ob er nun Sprecher von Gauck werde, sagte Robers gestern: „Ich weiß von nichts.“ Foto: dpa

Münster - 

Wahrscheinlich gibt es nicht viele Menschen in diesem Land, die den designierten Bundespräsidenten Joachim Gauck so gut kennen wie Norbert Robers. Der ehemalige Leiter der WN-Lokalredaktion und heutige Pressesprecher der Universität Münster hat die erste Biografie über Gauck verfasst.

Von Martin Kalitschke

Als Biograf hat man in der Regel eine kritisch-distanzierte Einstellung zu einer Persönlichkeit. Haben Sie sich dennoch gefreut, als Joachim Gaucks Kandidatur am Sonntagabend offiziell wurde?

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Robers: Definitiv. Ich habe Gauck als einen sehr sympathischen, netten Mann kennengelernt und bin fest davon überzeugt, dass er ein guter Bundespräsident wird.

Wie kamen Sie darauf, eine Biografie über ihn zu schreiben?

Robers: Ich arbeitete damals für das Magazin Focus in Berlin, und einer meiner Schwerpunkte war die Stasi. Da lag es nahe, sich auch mit dem Chef der Unterlagenbehörde zu beschäftigen. Bei den Recherchen für ein Interview stellte ich dann mit Erstaunen fest, dass es überhaupt noch keine Biografie über Gauck gibt. Das war der erste Anstoß.

Wie haben Sie Joachim Gauck von ihrem Projekt überzeugt?

Robers: Ich habe ihm mitgeteilt, dass ich ein Buch über ihn plane, und ihn gefragt, ob er grundsätzlich bereit wäre, eine Biografie zu unterstützen. Wäre er dagegen gewesen, hätte ich sie vermutlich nicht weiter verfolgt – doch er erklärte sich bereit, mit mir viel Zeit zu verbringen und auch Kontakte zu Familie und Mitstreitern herzustellen sowie Zugang zu persönlichen Dokumenten zu ermöglichen.

Wie eng war Ihr Kontakt?

Robers: Sehr eng, nicht zuletzt dank seiner damaligen Sekretärin, die mich immer wieder über seine Termine auf dem Laufenden hielt und meine Begleitungen organisierte. Wir haben uns mehrere Jahre regelmäßig getroffen, unter anderem lernte ich seinen Vater und seinen Sohn kennen.

Was schätzen Sie an Gauck?

Robers: Er hat die große Gabe, frei zu reden, Stimmungen aufzufangen und diese in Worte zu fassen. Und er hat ein gewinnendes Wesen. Wenn er einen Raum betritt, wird es still. Das sind Eigenschaften, die er auch als Präsident gut gebrauchen kann. Robers: Gauck ist ein Mann des Wortes. Ich bin fest überzeugt, dass die Reden, die er halten wird, auf viel Resonanz stoßen und auch nach Ende seiner Amtszeit in Erinnerung bleiben werden. Ihn als Kandidaten zu nominieren, ist eine gute Entscheidung für das Land und für das Amt.

Haben Sie Gauck schon gratuliert?

Robers: Ich werde es heute noch versuchen, ihn telefonisch zu erreichen. Aber vermutlich hat er nicht allzu viel Zeit.

Planen Sie nun eine Neuauflage Ihrer Gauck-Biografie?

Robers: Das könnte ich mir gut vorstellen.


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