Politischer Aschermittwoch

Mi., 22.02.2012

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Schnörkellos in Münster

Politischer Aschermittwoch : Schnörkellos in Münster

CDU-Kreisverbandsvorsitzender Stefan Weber und seine Stellvertreterin Gaby Comos-Aldejohann begrüßen den CDU-Fraktionschef im NRW-Landtag, Karl-Josef Laumann. Foto: Oliver Werner

Münster - 

Klartext sprach CDU-Fraktionschef Karl-Josef Laumann aus Düsseldorf beim Politischen Aschermittwoch der CDU in Münster. Er lässt in seinem einstündigen Politik-Rundumschlag keine Zweifel aufkommen, dass die CDU es sei, die im Land über den richtigen Kompass verfüge.

Von Dirk Anger

Der rote Saal im Schlossgarten-Restaurant ist rappelvoll mit Schwarzen: Rund 200 CDU-Mitglieder bekommen am Politischen Aschermittwoch das geliefert, was sie erwarten: Klartext von Karl-Josef Laumann, dem CDU-Fraktionsvorsitzenden im NRW-Landtag in Düsseldorf. Etwa wenn es um staatliche Bevormundung geht wie beim Rauchverbot im Schützenzelt. „Da wo ich Schützenkönig bin, entscheiden wir und nicht eine Tussi aus dem Ministerium.“

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In seiner bekannt hemdsärmeligen Art hält der Politiker aus Riesenbeck Paohl: Balsam für die CDU-Seele – klar in der Wortwahl, deutlich in der Position. „Wenn pragmatische Politik keine Grundsätze hat, wird sie schnell zur Beliebigkeit.“

Laumann lässt selbstbewusst keinen Zweifel aufkommen, dass es die CDU sei, die über den richtigen Kompass verfüge. Die Zuhörer applaudieren viel. Nicht nur an dieser Stelle von Laumanns einstündigem Polit-Rundumschlag.

Den „Prototyp eines bodenständigen westfälischen Politikers“ begrüßt CDU-Kreisverbandsvorsitzender Stefan Weber als Gast. Der so Gelobte hält sich nicht allzu lange mit Vorreden auf. Ohne Redemanuskript trifft er instinktsicher den Nerv der Zuhörer – sei es trotz aller Krisen bei der Einheit Europas oder dem Thema Ehrenamt. Beides unverzichtbare Pfeiler in Laumanns politischem Glaubenskenntnis.

Thema Überschuldung: Zum 42. Mal stehe NRW davor, einen Haushalt zu verabschieden, in dem mehr Geld ausgegeben, als eingenommen werde. Und der frühere NRW-Arbeitsminister wundert sich: „Keiner regt sich mehr darüber auf, das hat jahrelang in Griechenland auch niemanden gestört.“ Den Zusammenhang versteht jeder.

Viel zu viel Geld gebe das Land aus, schaffe unnötig neue Stellen, Ministerpräsidentin Kraft turtele zum Machterhalt mit den Linken, ereifert sich der Oppositionschef in Düsseldorf. Deshalb sei es so wichtig Ehe und Familie weiter zu stärken, gelingt Laumann die Überleitung zu einem christdemokratischen Kernthema. „Überall, wo der Staat die Familien ersetzen muss, wird es so teuer, dass der Staat das dauerhaft nicht bezahlen kann.“

Das Thema Familie soll ein Alleinstellungsmerkmal der CDU sein – er freue sich auf eine Auseinandersetzung mit dem politischen Gegner in dieser Frage, zeigt sich Laumann mit Blick auf mögliche Neuwahlen kampfeslustig. Dabei hat er auch nicht viel für die FDP über: „Rösler, Lindner, Bahr – das erinnert an Schülermitverwaltung und nicht an ernsthafte Politik.“

Dann muss der Redner weiter. Nach Recke, zum dortigen Aschermittwoch im Festzelt. Im Gepäck hat er Pinkus-Bier aus Münster, das ihm Stefan Weber als Gastgeschenk mit auf den Weg gibt.


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