Public Viewing zur Fußball-Europameisterschaft

Fr., 10.02.2012

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Deutsche Siege vor dem Dom?

Public Viewing zur Fußball-Europameisterschaft : Deutsche Siege vor dem Dom?

Das Public Viewing, das sonst in den Osmo-Hallen stattfand, braucht einen neuen Veranstaltungsort. Foto: Stadt Münster

Münster - 

Geht es nach Thomas Straßburg, dann würde er zur Fußball-Europameisterschaft im Sommer ein Public Viewing auf dem Domplatz organisieren. Denn mit der Sperrung der Osmo-Hallen ist diese Aktion in den einsturzgefährdeten Hallen am Hafen nicht mehr möglich.

Von Ralf Repöhler

Es dreht sich auch um König Fußball, wenn Bischof Felix Genn Samstagmittag den Stadtprinzen samt Prinzengarde begrüßt. Dompropst Josef Alfers, Oberbürgermeister Markus Lewe und Thomas Straßburg (Prinz 2007) werden wohl am Rande des Empfangs im bischöflichen Palais miteinander ins Gespräch kommen. Denn Straßburg möchte mit seinem Partner Georg Reuber ein Public Viewing während der Fußball-Europameisterschaft im Juni mitten auf dem Domplatz organisieren.

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„Dort sollen alle Spiele der deutschen Nationalelf – also maximal sechs mit dem Finale am 1. Juli – öffentlich übertragen werden“, sagte Straßburg. Mit im Boot ist neben seiner Marketingagentur „Simply the best“ Thorsten Geuting (IKonzepte / HRC Gruppe). Für die Besucher sollen die Großveranstaltungen kostenlos sein. Kalkuliert wird mit bis zu 5000 Fans pro Spiel.

Mit der Sperrung der einsturzgefährdeten Osmo-Hallen ist die Hafen-Arena, bislang die größte Public-Viewing-Veranstaltung während der großen Fußballturniere, geplatzt. Reuber, Straßburg und Geuting wollen mit der Domplatz-Idee in die Lücke stoßen und hoffen dabei auf das „Wohlwollen der Stadtoberen und des Bistums“.

Aus Dom-Kreisen war gestern zu erfahren, dass man dem Vorhaben gegenüber durchaus aufgeschlossen sei. Der Domplatz aber ist in städtischer Obhut. Geht man nach einem Beschluss des Verwaltungsvorstandes auf die informelle Anfrage hin, kann sich die Agentur die weiteren Vorbereitungen sparen. Sowohl Stadtdirektor Hartwig Schultheiß als auch Ordnungsamtsleiter Martin Schulze-Werner bestätigten gestern, dass sich die Verwaltungsspitze aus städtebaulichen Gründen für ein Freibleiben des Domplatzes und damit gegen kommerzielle Großveranstaltungen dort ausgesprochen habe. „Der Domplatz ist für eine solche Nutzung nicht der richtige Ort“, sagte Schultheiß.

Ein konkreter Antrag sei noch nicht gestellt worden. „Nach dem derzeitigen Stand der Dinge wäre ein Public Viewing vor dem Dom nicht genehmigungsfähig“, fasste Schulze-Werner zusammen.

Reuber, Straßburg und Geu­ting setzen bei ihrem Konzept auf Mobilität, andere Aktivitäten auf dem Domplatz seien kaum beeinträchtigt. Die 40 Quadratmeter große LED-Videoleinwand soll wenige Stunden vor den Spielen auf- und kurz danach abgebaut werden.

Schultheiß sieht aufgrund der plötzlichen Sperrung der Osmo-Hallen eine „nicht formelle, aber moralische Verpflichtung“ gegenüber den Veranstaltern der am Hafen geplatzten Events. Gemeinsam schaue man sich nach Ersatzflächen um – auch für die Hafen-Arena. Eine Variante soll der Hafenplatz vor den Stadtwerken sein.


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