Stilllegung der Urananreicherungsanlage Gronau gefordert
Fr., 03.02.2012
Anti-Atom-Aktivisten demonstrieren am Hauptbahnhof Münster
Ein Umweltaktivist steigt am Hauptbahnhof Münster eine Laterne hinauf.
Münster - Anti-Atom-Aktivisten haben am Freitagvormittag am Hauptbahnhof in Münster demonstriert. Rund sechs Mitglieder der Umweltschutzorganisation Robin Wood und dem Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen forderten aus Anlass ihrer am Samstag stattfindenden "Urankonferenz 2012" die sofortige Stilllegung der Urananreicherungsanlage in Gronau.
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"In Gronau werden zehn Prozent allen Urans weltweit produziert. Damit ist Deutschland für jeden Störfall in der Welt mit verantwortlich", sagte Robin-Wood-Aktivist Hans Kurth am Freitag. Er und seine nach eigenen Angaben zehn bis 15 Mitstreiter forderten auf mehreren Transparenten am und vor dem Hauptbahnhof Münster die sofortige Stilllegung der Urananreicherungsanlage in Gronau.
Im Beisein der Polizei spannten dazu zwei Aktivisten ein Banner mit der Aufschrift "Urantransporte stoppen" über die Bahnhofsstraße. Zwei weitere Demonstranten kletterten Lichtmasten hinauf. Andere stiegen auf das Vordach des Hauptbahnhofes. Zwei weitere Teilnehmer verteilten Flyer. "In Deutschland vom Atomausstieg zu reden, weltweit aber Atomkraftwerke mit Brennstoff zu versorgen, ist kein Atomausstieg", hieß es unter anderem auf dem Infomaterial.
Insgesamt gestaltete sich die Aktion sehr friedlich, das Interesse der Passanten eher gering. "Es ist sehr entspannt", so Hans Kurth. Er und die anderen Teilnehmer wollten auch nur solange ausharren, wie die kühlen Temperaturen es zuließen.
Für den morgigen Samstag haben die Aktivisten im Institut für Politikwissenschaft in Münster eine "Urankonferenz 2012" geplant. "Man kann nicht einerseits den Ausstieg aus der Atomkraft beschließen und losgelöst davon immer mehr Uran anreichern", so Kurth. In Gronau seien die Kapazitäten seit dem Atomausstiegsbeschluss der Bundesregierung im vergangenen Jahr um ein Drittel erweitert worden. Für die Konferenz haben sich laut Hans Kurth rund 160 Teilnehmer aus ganz Europa angekündigt.