So., 11.03.2012

„1000 Kreuze Gebetsmarsch für das Leben“ Ungeborenem Leben verpflichtet

„1000 Kreuze Gebetsmarsch für das Leben“ : Ungeborenem Leben verpflichtet

Im Gedenken an die ungeborenen Kinder fand am Samstag in der Innenstadt der 1000-Kreuze-Marsch statt. Foto: Oliver Werner

Münster - 

Im Gedenken an die ungeborenen Kinder in Deutschland zogen Abtreibungsgegner am Samstag durch Münsters Innenstadt. Der sogenannte „1000 Kreuze Gebetsmarsch für das Leben“ wurde von Gegendemonstranten massiv gestört.

Von Peter Sauer

Stolz trägt Stefan Rieder ein schweres Madonnen-Bild vor sich her, mehrere Kilometer durch Münsters Innenstadt. Der 18-Jährige ist extra aus dem Allgäu angereist. Mit ihm demonstrierten am Samstag 109 Menschen aus London, Altötting oder dem Erzgebirge gegen die Abtreibung. Im 1000-Kreuze-Marsch des Vereins „Euro Pro Life“. Damit erinnern sie an die täglich 1000 ungeborenen Kinder in Deutschland . „Für mich ist Abtreibung der Dritte Weltkrieg – unsichtbar im Mutterleib“, erläutert Rieder.

Wolfgang Hering , Präsident von „Euro Pro Life“, betont, keine politische Demo zu veranstalten. „Es ist eine Gebetsprozession für ungeborene Kinder, ihre Mütter und die Abtreibungsärzte.“

Ordentlich aufgereiht marschieren sie los. Alte wie junge Menschen, mit weißen Kreuzen in der Hand oder Plakaten, die Embryos im Mutterleib zeigen, singen christliche Lieder. Nach wenigen Metern gibt es heftiges Störfeuer. Auf der Aegidii­straße empfangen sie 200 Gegendemonstranten. Sie schreien Parolen, pfeifen, tröten mit Vuvuzelas, schmeißen mit Konfetti und Kondomen. Ein Mann reißt Teilnehmern des 1000-Kreuze-Marsches plötzlich mehrere Kreuze weg. Er wird von der Polizei abgeführt. Trotz massiver Absicherung des Marsches durch zwei Hundertschaften der Polizei aus Bochum und Recklinghausen versuchen einige Gegendemonstranten an mehreren Stellen mit Seifenblasenpistolen und Rempeleien den Aufzug zu stören. Sie laufen kreuz und quer, um Polizeiabsperrungen zu umgehen.

Shoppingfreudige Passanten ärgern sich über den „Höllenlärm“, „die bedrohliche Enge“, „das hohe Polizeiaufkommen“ oder sichern sich die besten Plätze zum „Demo gucken“. Die Ostbeverinnen Angelika und Gerburg zeigen Verständnis für beide Demonstrationen: „Jeder sollte seine Meinung zeigen können.“ Ganz anders drauf zwei Archäologiestudentinnen: „Wir sind gegen jeden Extremismus.“

Während ihres knienden Gebetes am Überwasserkirchplatz werfen die Abtreibungsgegner symbolisch für jedes ungeborene Kind Rosen in die Aa. Manche schauen wütend, als sich Abtreibungsbefürworter, als Clowns, Bischöfe oder Nonnen verkleidet, mit Parolen im Akkord über sie lustig machen. Insgesamt musste die Polizei fünf Gegendemonstranten einen Platzverweis erteilen. Zwei leisteten bei der Durchsetzung Widerstand. Gegen sie wurde ein Strafverfahren eingeleitet. Gegen eine weitere Person wurde Anzeige erstattet, weil sie ein Reizstoffsprühgerät dabei hatte.

Für Polizeisprecher Jan Schabacker verliefen Demo und Gegendemo deutlich ruhiger als in den Jahren zuvor: „Unser Sicherungskonzept ist aufgegangen“, bilanzierte er. Vor der Kardinal-von-Galen-Skulptur endeten beide Demos um 17 Uhr lautstark – aber friedlich.

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