Di., 06.03.2012

Diskussion über aktuelle und künftige Konzepte In Münster fehlt Wohnraum

Diskussion über aktuelle und künftige Konzepte : In Münster fehlt Wohnraum

Über aktuelle Wohnkonzepte und künftige Wohnideen diskutierten (v.l.) Gisbert Schmitz, Studentenwerk Münster, Klemens Nottenkemper, Geschäftsführer Wohn- und Stadtbau, Christian Schowe, Leiter des Amtes für Stadtentwicklung, Gabriele Regenitter, Leiterin des Amtes für Wohnungswesen, Sybille Benning, planungspolitische Sprecherin CDU-Ratsfraktion und Jutta Pollmann vom Deutschen Mieterbund Münster. Foto: pesa

Münster - 

In rund zehn Jahren wird Münsters Bevölkerung die 300 000-Einwohnermarke knacken. Doch gibt es ausreichend Wohnungen? Vor diesem Hintergrund lud die CDU-Ratsfraktion am Montagabend Experten und Bürger zur Ideenbörse „Wohnen in Münster“ ins Rathaus ein.

Von Peter Sauer

Obwohl die Stadt rund 1600 Wohnungen im Jahr baut und 3000 baureife Grundstücke vorhält, ist der Wohnungsmarkt in Münster angespannt. So die Einschätzung von Christian Schowe , Leiter des Amtes für Stadtentwicklung.

Der Grund: Wegen der Euro-Krise investieren immer mehr Menschen in Immobilien. Bis 2020/25 wird die Verknappung zunehmen. Deshalb empfiehlt Schowe bereits jetzt, für ausreichend Wohnraum zu sorgen. „Am besten für Singles und Mehrgenerationshäuser“, prognostiziert Klemens Nottenkemper , Geschäftsführer von Wohn- und Stadtbau.

Ohnehin müssten sich die Wohnungsbauer an gesellschaftlichen Entwicklungen orientieren, etwa gemeinschaftliche Wohnprojekte zur Miete schaffen. Das Pilotprojekt ambulante Versorgung innerhalb eines Wohnquartiers etwa, wie am alten Schlachthof, werde gut angenommen, weshalb bald ein zweiter Standort eingerichtet werde.

Nottenkemper und Schowe favorisieren auch eine Durchmischung der Wohngebiete mit Menschen aus verschiedenen Generationen, Einkommensklassen und Kulturen (Migranten). Das biete sich besonders für die Ende 2012 freiwerdenden britischem Wohnungen und für das Kasernengelände in Gremmendorf an.

Gisbert Schmitz vom Studentenwerk berichtete, dass bis 2016 für die Studenten an FH und WWU noch 4200 zusätzliche Wohneinheiten geschaffen werden müssten. Zudem habe sich der Anspruch der Studenten erhöht. Sie setzen mehr auf individuelles Wohnen als auf WG-Leben.

Jutta Pollmann vom Deutschen Mieterbund ermahnte, dass auch im Mittelstand immer mehr Münsteraner unter steigenden Mieten und Nebenkosten leiden würden. Einige Zuhörer kritisierten, dass Seniorenwohnprojekte immer nur in Außenlagen, wie Gievenbeck oder Handorf, realisiert würden, dass es zu wenig kleine Wohnungen für kleines Geld gebe und dass die Genossenschaften zu wenig für die Mieter tun würden.

„Wir brauchen Mietergenossenschaften“, forderte eine Kinderhauserin, die von horrenden Nebenkosten berichtete. Bei Umbaumaßnahmen durch Eigentümer und Vermieter wünschen sich einige Zuhörer mehr Mitsprache, Transparenz und Barrierefreiheit. Letztere könne aber gerade in Altbauten aufgrund halber Treppen nur schwierig umgesetzt werden, erwiderte Klemens Nottenkemper.

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