Schwierige Schulanmeldung
Ablehnung mit Tränen

Münster -

Marisa Santos und Katarzyna Kuhn sind fassungslos und frustriert über die nervenaufreibende Aktion: Ihre Söhne besuchen die vierte Klasse der Richard-von-Weizsäcker-Schule. Doch der Wechsel zu einer weiterführenden Schule gestaltete sich schwierig: die meisten Schulen lehnten die Kinder ab.

Montag, 26.03.2012, 14:03 Uhr

Schwierige Schulanmeldung : Ablehnung mit Tränen
Marisa Santos (l.) und Katarzyna Kuhn mussten die Ablehnungsbescheide von weiterführenden Schulen ihren Söhnen erklären. Bei ihren Jungs kam das Gefühl auf, dass man sie dort nicht haben will. Foto: mm

Kraftakt Anmeldung für eine weiterführende Schule – Marisa Santos und Katarzyna Kuhn sind fassungslos und frustriert über die nervenaufreibende Aktion. Sie sind die Mütter von Eddy und Kai. Ihre Jungs sind Kumpel und besuchen die vierte Klasse der Richard-von-Weizsäcker-Schule. „Eine Schule mit wunderbaren Lehrern, die sich toll um die Kinder kümmern“, sind die Mütter begeistert.

Die städtische Förderschule an der Beckstraße in der Aaseestadt hat Eddy und Kai zum Halbjahr ordentliche Leistungen und große Fortschritte im emotional-sozialen Bereich bescheinigt. Was in diesem Fall nicht bedeutet, ohne Mühe auf eine Regelschule zu wechseln.

Beide Viertklässler haben nach Auskunft ihrer Mütter das ADHS-Syndrom – und bei den Ablehnungsbescheiden das Gefühl bekommen, dass sie keine Schule haben will. Sie sind hyperaktiv, können sich nicht so gut konzentrieren. Und müssen Medikamente nehmen, Eddy zudem ein Asthma-Mittel.

Er wohnt in Albachten . Sehr gerne hätte ihn Marisa Santos in der neuen Sekundarschule in Roxel untergebracht. Allein schon wegen der kurzen Strecke, um schnell bei ihrem Sohn zu sein, wenn er gesundheitliche Probleme bekommen sollte. „Er wurde in Roxel abgelehnt. Genauso wie an der Hauptschule Coerde und in Senden. Dabei gibt es doch ein Recht auf Inklusion.“

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Die Hauptschule Wolbeck dagegen will Eddy übernehmen, doch das sei noch in der Schwebe. Das münsterische Schulamt müsse erst zustimmen, so Marisa Santos, die aus Portugal kommt und seit langen Jahren mit ihrer Familie in Albachten wohnt. „Von Albachten nach Wolbeck ist mein Sohn über eine Stunde unterwegs und muss auch noch umsteigen“, macht sich seine Mutter Sorgen, ob dies auch reibungslos klappt.

„Ich verstehe Frau Santos und nehme ihre Sorgen ernst“, sagt Schulamtsdirektorin Gerlinde Bieker. Vonseiten der Schulaufsicht findet sie es nicht optimal, „wenn Eltern Schulen abklappern und Ablehnung erleben müssen“. Doch letztlich entscheide die Schule, ob sie ein Kind aufnehme oder eben nicht. Für Eddy sei der Standort Wolbeck nicht so günstig. „Wir suchen nach einer Lösung, die Bezirksregierung kümmert sich“, informiert Gerlinde Bieker.

„Jedes Kind braucht doch eine Chance auf eine gute Zukunft“, sagt Katarzyna Kuhn, die aus Polen stammt und mit ihrer Familie nur zwei Minuten von der Friedensschule entfernt wohnt. Bei der Anmeldung von Kai für die bischöfliche Gesamtschule sei es ihr schon klar gewesen, dass es aufgrund der hohen Anmeldezahlen nicht klappen würde. Nach fünf Tagen sei die Absage gekommen, die ihren Sohn zum Weinen brachte.

Auch die Sekundarschule Roxel schickte Kai – dem die Richard-von-Weizsäcker-Schule im Zeugnis eine „schnelle Auffassungsgabe und leistungsorientierte Arbeitsweise“ bescheinigt – eine Absage.

„Dagegen hat ihn die Johannes-Gutenberg-Realschule Hiltrup genommen“, Kais Mutter freut sich auch über „das tolle Gespräch mit dem Schulleiter“. Einziger Haken: Die lange Anreise. Erst muss Kai von der Aaseestadt aus zum Bahnhof und von dort mit dem Bus weiter nach Hiltrup.

 

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